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Estrich-Normen im Überblick

Der Estrich ist die Basis fast jeder Bodenkonstruktion. Normen wie die EN 13813 regeln Estrichmörtel und ihre Eigenschaften, nationale Normen ergänzen Anforderungen an Ausführung, Toleranzen und die Belegreife vor der Verlegung des Oberbelags.

Hier finden Sie alle Estrich-relevanten Normen des Lexikons – von Zement- und Calciumsulfatestrich bis zu den zugehörigen Prüfverfahren – jeweils verständlich zusammengefasst. Aktuell umfasst dieses Thema 23 Normen.

≈ ÖNORM B 2232

DIN 18353

VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen – Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) – Estricharbeiten

Legt die allgemeinen Vertragsbedingungen (ATV) für Estricharbeiten nach VOB/C fest, einschließlich Baustoffe, Ausführung, Haupt- und Nebenleistungen sowie Abrechnung. Aktuelle Fassung: DIN 18353:2023-09.

DIN 18560-1

Estriche im Bauwesen – Teil 1: Allgemeine Anforderungen, Prüfung und Ausführung

DIN 18560-1 (Ausgabe 2021-02) ist die Grundlagennorm aller Estrichkonstruktionen im Bauwesen: Begriffe, Klassifizierungen, Prüfverfahren und allgemeine Ausführungsregeln für alle Estricharten.

≈ DIN 18560-2

DIN 18560-2

Estriche im Bauwesen – Teil 2: Estriche und Heizestriche auf Dämmschichten (schwimmende Estriche)

DIN 18560-2 regelt Anforderungen an schwimmende Estriche und Heizestriche auf Dämmschichten: Mindestdicken, Festigkeitsklassen und Ausführungsdetails.

DIN 18560-3

Estriche im Bauwesen – Teil 3: Verbundestriche

Regelt Anforderungen an Estriche, die kraftschlüssig im Verbund mit dem tragenden Untergrund hergestellt werden – hinsichtlich Dicke, Festigkeitsklassen, Untergrundeignung und Ausführung.

≈ ÖNORM B 3732:2016

DIN 18560-4

Estriche im Bauwesen – Teil 4: Estriche auf Trennschicht

DIN 18560-4 regelt Planung und Ausführung von Estrichen auf Trennschicht – hinsichtlich Mindestdicken, Festigkeitsklassen und Ausführungsdetails.

DIN 18560-7

Estriche im Bauwesen – Teil 7: Hochbeanspruchbare Estriche (Industrieestriche)

DIN 18560-7 regelt Anforderungen an hochbeanspruchbare Estriche (Industrieestriche) hinsichtlich Planung, Ausführung und Prüfung.

≈ ÖNORM EN 1264-1:2021, DIN EN 1264-1:2021

EN 1264-1

Raumflächenintegrierte Heiz- und Kühlsysteme mit Wasserdurchströmung – Teil 1: Definitionen und Symbole

Definiert Systemtypen, Begriffe und Formelzeichen für wassergeführte Flächenheizungen und -kühlsysteme – Grundlage der gesamten EN 1264-Normenreihe.

≈ ÖNORM EN 1264-2, DIN EN 1264-2

EN 1264-2

Raumflächenintegrierte Heiz- und Kühlsysteme mit Wasserdurchströmung – Teil 2: Fußbodenheizung: Prüfverfahren für die Bestimmung der Wärmeleistung unter Benutzung von Berechnungsmethoden und experimentellen Methoden

Regelt die Berechnung und den experimentellen Nachweis der Wärmeleistung von wassergeführten Fußbodenheizungen.

≈ DIN EN 1264-4:2021-08; ÖNORM EN 1264-4:2021-08-01

EN 1264-4

Raumflächenintegrierte Heiz- und Kühlsysteme mit Wasserdurchströmung – Teil 4: Installation

Regelt die Installation wasserführender Fußbodenheizungen/-kühlungen: Dämmschicht, Rohrverlegung, Estrichaufbau und Aufheizprotokoll.

≈ DIN EN 13318; ÖNORM EN 13318; SN EN 13318

EN 13318

Estrichmörtel und Estriche – Begriffe

EN 13318 legt einheitliche Begriffe für Estrichmörtel und Estriche fest – terminologische Grundlage aller europäischen Estrichnormen. Ausgabe 2026.

≈ DIN EN 13813; ÖNORM EN 13813

EN 13813

Estrichmörtel, Estrichmassen und Estriche – Estrichmörtel und Estrichmassen – Eigenschaften und Anforderungen

Klassifiziert Estrichmörtel und Estrichmassen nach Bindemittelklasse (CT/CA/MA/AS/SR) und Festigkeitsklasse (C/F) für Innestriche.

≈ ÖNORM EN 13892-1; DIN EN 13892-1

EN 13892-1

Prüfverfahren für Estrichmörtel und Estrichmassen – Teil 1: Probenahme, Herstellung und Lagerung der Prüfkörper

Regelt Probenahme, Herstellung und Lagerung von Prüfkörpern zur Prüfung von Estrichmörteln und Estrichmassen.

≈ DIN EN 13892-2; ÖNORM EN 13892-2

EN 13892-2

Prüfverfahren für Estrichmörtel und Estrichmassen – Teil 2: Bestimmung der Biegezug- und Druckfestigkeit

Prüfverfahren zur Bestimmung von Biegezug- und Druckfestigkeit an Estrich-Prüfprismen, Grundlage für Festigkeitsklassen C und F nach EN 13813.

≈ DIN EN 13892-3; ÖNORM EN 13892-3

EN 13892-3

Prüfverfahren für Estrichmörtel und Estrichmassen – Teil 3: Bestimmung des Verschleißwiderstandes nach Böhme

Regelt die Prüfmethode zur Bestimmung des Verschleißwiderstands von Estrichmörteln nach dem Böhme-Schleifverfahren.

≈ DIN EN 13892-4; ÖNORM EN 13892-4

EN 13892-4

Prüfverfahren für Estrichmörtel und Estrichmassen – Teil 4: Bestimmung des Verschleißwiderstandes nach BCA

BCA-Prüfverfahren zur Bestimmung des Verschleißwiderstands von Estrichmörteln und Estrichmassen – anwendbar im Labor und auf der Baustelle.

≈ DIN EN 13892-6; ÖNORM EN 13892-6

EN 13892-6

Prüfverfahren für Estrichmörtel und Estrichmassen – Teil 6: Bestimmung der Oberflächenhärte

Legt das Prüfverfahren zur Bestimmung der Oberflächenhärte von Estrichmörteln fest. Prüfprinzip: statisches Kugeldruckverfahren; Ergebnis in N/mm².

≈ ÖNORM EN 13892-8, DIN EN 13892-8

EN 13892-8

Prüfverfahren für Estrichmörtel und Estrichmassen – Teil 8: Bestimmung der Haftzugfestigkeit

Normiert das Prüfverfahren zur Bestimmung der Haftzugfestigkeit für Zementestrich, Calciumsulfatestrich, Magnesiaestrich und Kunstharzestrich.

≈ ÖNORM EN 12524, DIN EN 12524

EN ISO 12524

Baustoffe und -produkte – Wärme- und feuchteschutztechnische Eigenschaften – Tabellierte Bemessungswerte

Tabellierte Bemessungswerte für wärme- und feuchteschutztechnische Eigenschaften von Baustoffen und Bauprodukten; zurückgezogen, ersetzt durch EN ISO 10456.

≈ Kein direktes DACH-Äquivalent

ÖNORM B 2232

Estricharbeiten – Werkvertragsnorm

Werkvertragsnorm für Estricharbeiten in Österreich: regelt Leistungsumfang, Ausführung, Abrechnung und Gewährleistung in geschlossenen Räumen.

ÖNORM B 2242-1

Herstellung von Warmwasser-Fußbodenheizungen – Werkvertragsnorm – Teil 1: Verfahrensbestimmungen

ÖNORM B 2242-1 regelte die Verfahrensbestimmungen für Warmwasser-Fußbodenheizungen als Werkvertragsnorm für Estriche in Wohn- und Aufenthaltsräumen.

≈ DIN 18353:2023-09

ÖNORM B 2242-2

Herstellung von Warmwasser-Fußbodenheizungen – Werkvertragsnorm – Teil 2: Vertragsbestimmungen für das Heizsystem

Zurückgezogene Werkvertragsnorm für Warmwasser-Fußbodenheizungen: Vertragsbestimmungen für die Heizanlage (Ausgabe 2007, zurückgezogen 2017).

≈ DIN 18560-2:2022-08, DIN 18560-3, DIN 18560-4, DIN 18560-7

ÖNORM B 6050

Dämmstoffe für den Wärme- und/oder Schallschutz im Hochbau – Expandierter Polystyrol-Partikelschaumstoff EPS

ÖNORM B 6050 regelte Anforderungen an EPS-Dämmstoffe für den Wärme- und Schallschutz im Hochbau; zurückgezogen, Nachfolge durch ÖNORM B 6000.

≈ DIN 4109-32, DIN 4109-33, DIN 4109-34, DIN 4109-35, DIN 4109-36

ÖNORM B 8115-4

Schallschutz und Raumakustik im Hochbau – Teil 4: Maßnahmen zur Erfüllung der schalltechnischen Anforderungen

Regelt bauliche Maßnahmen zur Erfüllung der schalltechnischen Anforderungen im Hochbau, einschließlich Trittschalldämmung durch Bodenaufbauten.

Estricharten im Überblick

Estrichart Eigenschaften für den Bodenleger
Zementestrich (CT) Robust und feuchteunempfindlich, aber lange Trocknungszeit bis zur Belegreife.
Calciumsulfatestrich (CA) Formstabil und ideal für große Flächen, jedoch feuchteempfindlich – Restfeuchte streng prüfen.
Gussasphaltestrich (AS) Schnell belegreif, keine Wasserzugabe – gute Basis bei kurzen Bauzeiten.
Trockenestrich Geringes Gewicht und rasch belastbar – häufig in Sanierung und Altbau.

Die Schnittstelle zwischen Estrich und Belag

Die EN 13813 klassifiziert Estrichmörtel nach Festigkeit – Bezeichnungen wie CT-C25-F4 geben Estrichart, Druck- und Biegezugfestigkeit an. Für den Bodenleger zählen an der Schnittstelle vor allem Belegreife, Ebenheit, Oberflächenfestigkeit und der Fugenplan.

Bewegungs- und Randfugen des Estrichs müssen im Belag übernommen oder fachgerecht behandelt werden – sonst zeichnen sie sich ab oder reißen durch.

Häufige Fragen zu Estrich

Was bedeutet CT-C25-F4?

Das ist die Bezeichnung nach EN 13813: CT steht für Zementestrich, C25 für die Druckfestigkeitsklasse und F4 für die Biegezugfestigkeitsklasse. Solche Angaben finden sich in Ausschreibung und Lieferschein des Estrichs.

Wie lange muss ein Estrich trocknen?

Das hängt von Estrichart, Dicke und Raumklima ab – pauschale Wochenangaben sind unzuverlässig. Verbindlich ist allein die gemessene Restfeuchte (CM-Messung) vor der Verlegung.

Was ist bei Heizestrich zu beachten?

Vor der Belegung ist ein dokumentiertes Aufheizen (Aufheizprotokoll) erforderlich, die zulässige Restfeuchte ist niedriger als bei unbeheizten Estrichen, und Belag wie Klebstoff brauchen eine Freigabe für Fußbodenheizung.

Rechtlicher Hinweis: Diese Zusammenfassungen dienen ausschließlich der Information und ersetzen nicht den Originalwortlaut der jeweiligen Norm. Maßgeblich für die Bauausführung ist stets das Original, erhältlich beim zuständigen Normungsinstitut.

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