Was EN 13892-6 regelt
EN 13892-6 definiert das Prüfverfahren zur Bestimmung der Oberflächenhärte von Estrichmörteln und Estrichmassen. Die Prüfung basiert auf dem statischen Kugeldruckverfahren (Eindringprinzip): Eine Stahlkugel wird unter definierter Last in die Estrichoberfläche eingedrückt; aus der Prüfkraft und der Eindruckfläche ergibt sich der Härtewert in N/mm². Die Norm ist Teil der Prüfnormenreihe EN 13892, die verschiedene Leistungseigenschaften von Estrichen abdeckt.
Geltungsbereich: Die Norm gilt primär für Magnesiaestriche und sonstige Estrichmörtel, für die EN 13813 eine Deklaration der Oberflächenhärte vorschreibt. Für Zementestrich, Calciumsulfatestrich und Kunstharzestrich ist die Oberflächenhärte nur zu bestimmen, sofern die jeweilige Produktnorm oder Ausschreibung darauf verweist.
Prüfprinzip und Durchführung
Das Kernstück von EN 13892-6 ist das statische Kugeldruckverfahren. Eine Stahlkugel mit definiertem Durchmesser wird mit einer festgelegten Prüfkraft in die Estrichoberfläche eingedrückt. Der bleibende Eindruck wird optisch ausgemessen; der Härtewert ergibt sich als Quotient aus Prüfkraft und Eindruckfläche und wird in N/mm² angegeben. Dieses Prinzip ist nicht zu verwechseln mit Rückprallverfahren (z. B. Schmidt-Hammer), die im Estrichbereich keine Anwendung finden.
- Mindestanzahl an Einzelmessungen pro Prüffläche ist festgelegt
- Definierte Abstände zwischen den Messpunkten und zum Probenrand
- Klimatische Lagerungsbedingungen des Prüfkörpers vor der Messung sind einzuhalten
- Ausreißer werden nach festgelegtem Verfahren eliminiert
Das Prüfergebnis wird als Mittelwert der gültigen Einzelmessungen in N/mm² angegeben. Die Klassifizierung der Oberflächenhärte (SH-Klassen) erfolgt gemäß EN 13813, nicht in EN 13892-6 selbst.
Praxishinweis
Die Oberflächenhärteprüfung nach EN 13892-6 wird in der Baupraxis gelegentlich mit anderen Verfahren verwechselt. Sie erfasst eine Materialeigenschaft des Estrichs – ersetzt aber nicht die CM-Feuchtemessung oder die Prüfung der Oberflächenzugfestigkeit nach EN 13892-8, die für die Verlegung von Bodenbelägen oft entscheidender sind. Vor Verlegung elastischer oder textiler Beläge ist die Oberflächenzugfestigkeit (mindestens 1,0 N/mm² bei Klebeverlegung) maßgeblicher als die Oberflächenhärte allein.