Was EN 13892-2 regelt
Die Norm beschreibt das Prüfverfahren zur Bestimmung der Biegezug- und Druckfestigkeit von Estrichmörteln und Estrichmassen. Die Prüfergebnisse bilden die Grundlage für die Einstufung in Festigkeitsklassen gemäß EN 13813.
Das Verfahren gilt für Zement-, Calciumsulfat-, Magnesia- und Kunstharzestrichmörtel. Es kann sowohl an geformten Prüfkörpern als auch an aus dem eingebauten Estrich herausgearbeiteten Proben angewendet werden.
Prüfprinzip
Geprüft wird an Prismen mit den Maßen 40 mm × 40 mm × 160 mm. Zunächst wird die Biegezugfestigkeit im Dreipunkt-Biegeversuch ermittelt, anschließend die Druckfestigkeit an den resultierenden Bruchstücken. Die Lagerung der Prüfkörper erfolgt normklimatisch bei (23 ± 2) °C und (50 ± 5) % relativer Luftfeuchte; der Prüfzeitpunkt liegt üblicherweise nach 28 Tagen Erhärtung.
Festigkeitsklassen
Auf Basis der Prüfung nach EN 13892-2 werden Estriche in Biegezugfestigkeitsklassen (F1 bis F50, Mindestwerte in N/mm²) und Druckfestigkeitsklassen (C5 bis C80) eingeteilt. Im Wohnungsbau sind häufig die Klassen F4 bis F7 und C20 bis C35 praxisrelevant.
| Eigenschaft | Klasse | Mindestwert |
|---|---|---|
| Biegezugfestigkeit | F1 | 1 N/mm² |
| Biegezugfestigkeit | F3 | 3 N/mm² |
| Biegezugfestigkeit | F5 | 5 N/mm² |
| Biegezugfestigkeit | F7 | 7 N/mm² |
| Druckfestigkeit | C12 | 12 N/mm² |
| Druckfestigkeit | C20 | 20 N/mm² |
| Druckfestigkeit | C30 | 30 N/mm² |
| Druckfestigkeit | C40 | 40 N/mm² |
Praxishinweis
Für die Bodenbelagsverlegung ist die Biegezugfestigkeit des Estrichs häufig entscheidender als die Druckfestigkeit – insbesondere bei elastischen Belägen und Parkett. Obwohl in der Praxis oft nur die Druckfestigkeit gemessen wird, müssen für die Verlegereife gemäß einschlägigen Verlegerrichtlinien beide Werte den Belagsanforderungen entsprechen. Bei Calciumsulfatestrichen ist zusätzlich die Restfeuchte (CM-Wert) zu beachten. EN 13892-2 ist als aktuelle Ausgabe 2003-02 gültig.