Klick-Vinyl: Material und Aufbau
Klick-Vinyl ist ein modularer Designbelag, der ohne Klebstoff schwimmend auf einer Unterlage liegt. Die Dielen und Fliesen verriegeln an den Längs- und Stirnkanten zu einer Fläche. Wir führen 45 Artikel, als Nutzschicht kommen 0,30 mm und 0,55 mm vor. Die Aufbauhöhe beginnt bei rund 4 mm.
Von unten nach oben besteht der Belag aus Rückenkonstruktion, Träger, Dekorschicht und einer transparenten Nutzschicht. Der Träger hält Form und Maß, die Nutzschicht nimmt den Verschleiß auf. Die dichte, porenlose Oberfläche ist ab Werk vergütet. Ein Teil der Dielen trägt eine keramisch verstärkte Polyurethan-Vergütung. Die eingelagerten Keramikpartikel machen die Oberfläche kratz- und abriebfester und erleichtern die Unterhaltsreinigung. Welche Serie das betrifft, steht im Datenblatt. Normativ zählt die Bauart zu den mehrschichtig modularen Bodenbelägen nach EN 16511. Im Handel laufen dieselben Produkte auch als Klick Vinylboden, Designboden, Rigid-Belag oder SPC-Belag.
Rigid-Kern oder flexible Klickdiele
Wir führen zwei Bauformen. Rigid-Core-Dielen haben eine starre Trägerplatte aus Polymer, entweder als schweren, steifen SPC-Kern oder als leichteren, geschäumten EPC-Kern. Sie bleiben beim Verlegen formstabil und sind wasserfest. Flexible Klick-LVT hat einen gefüllten PVC-Träger, je nach Ausführung mit Glasfasereinlage für die Maßstabilität, und fühlt sich unter dem Fuß weicher an. Mit Verlegeunterlage kommt das System auf 4 bis 20 mm Gesamthöhe.
Optiken und Formate von Klick-Vinyl
Von den 45 Artikeln zeigen 21 eine Holzoptik und 9 eine Steinoptik. Die Holzdekore bilden Dielen- und Parkettbilder in Eiche, Kiefer und Nussbaum ab. Bei den Fliesenoptiken gibt es Beton-, Terrazzo-, Granit- und Marmordekore. Als Formate stehen Planke, XL-Planke und Parkettformat zur Wahl, drei Artikel liegen im Fischgrätmuster. Die Plankenmaße folgen Inch-Rastern der internationalen Fertigung, nicht runden Zentimeterwerten. Zwei Artikel haben eine gefasste Kante, die jede Diele im Streiflicht absetzt.
Nutzschicht, Nutzungsklasse und Kennwerte im Datenblatt
Die Nutzschicht ist die oberste belastete Schicht und das erste Auswahlkriterium. Bei uns haben 24 Artikel 0,55 mm und 13 Artikel 0,30 mm. Die zulässige Beanspruchung steht als Nutzungsklasse nach EN ISO 10874 im Datenblatt und lässt sich nicht aus der Nutzschichtdicke ableiten. Wer zwischen zwei Klassen liegt, nimmt die höhere.
| Klasse | Beanspruchung | Typische Räume |
|---|---|---|
| 23 | Wohnen, stark | Wohnräume mit hoher Frequenz |
| 31 | Arbeitsräume, mäßig | Hotelzimmer, kleine Büros |
| 33 | Publikumsflächen, intensiv | Korridore, Kaufhäuser, Großraumbüros |
| 42 | Industrie, mittel | Lagerräume und Werkstätten mit stehender Arbeit |
28 Artikel tragen die Klassen 33 und 42 gemeinsam, 15 die Klasse 23, 13 die Klasse 31 und 2 die Klasse 34. Wie die Klassen aufgebaut sind, erklärt der Beitrag Nutzungsklassen bei Bodenbelägen. Die Leistungserklärung nennt weitere Merkmale: 43 der 45 Artikel sind mit dem Brandverhalten Bfl-s1 nach EN 13501-1 deklariert, das s1 steht dabei für geringe Rauchentwicklung. 38 Artikel führen den Gleitwiderstand der Klasse DS. Polymerträger sind außerdem antistatisch und bleiben unter 2 kV Aufladespannung. Für Arbeitsstätten in Österreich prüft der Planer zusätzlich, ob eine weitergehende Rutschhemmung gefordert ist.
Wie sich Klick-Vinyl im Raum bewegt
Vinyl dehnt sich bei Wärme und schwindet bei Kälte. Deshalb bleibt rundum eine Randfuge frei und große Flächen werden geteilt. Wird diese Bewegung blockiert, etwa durch Fugenkitt, satt anschließende Profile oder eine Küchenzeile auf dem Belag, wölbt sich die Fläche auf oder eine Kopffuge reißt. Direkte Sonne hinter Glasfronten verstärkt das. Modulare Beläge sind außerdem fugenarm und nicht fugenlos. Plattenstöße und Mikrofasen gehören zur Konstruktion, nachträglich offene Fugen sind ein Mangel. Der Rigid-Kern selbst ist wasserfest, die verlegte Fläche ist es nicht: an den Stößen und zwischen Belag und Unterlage kann Feuchte eindringen. Ohne passende Dämmung klingt eine schwimmende Fläche beim Gehen hohl, die Unterlage nimmt Trittschall und Gehgeräusch auf.
Untergrund, Unterlage und Verlegeklima
Der Untergrund muss eben, fest und trocken sein. In Österreich gilt die ÖNORM B 5236: Der Verleger prüft Belegreife, Ebenheit und Restfeuchte vor der Verlegung und protokolliert sie. 3 mm Unebenheit auf den laufenden Meter sind noch zulässig, größere Abweichungen werden vollflächig ausgeglichen. Eine systembezogene Verlegeunterlage von 1,5 bis 1,8 mm kaschiert sie nicht dauerhaft. Die Prüf- und Hinweispflicht des Verlegers gilt auch bei schwimmender Verlegung. Die Pakete akklimatisieren im Raum, weil das Material auf Temperatur reagiert. Wann sich Kleben statt Klicken anbietet, steht im Beitrag Klick oder Dryback: LVT im Objektbau.
Wo Klick-Vinyl passt und wo nicht
Ohne Klebstoff entfällt die Wartezeit, bis eine Klebung belastbar ist. Die Fläche ist nach dem Verlegen begehbar und steht früher wieder zur Verfügung. Der Belag hängt nicht am Untergrund, er lässt sich später wieder aufnehmen, ohne den Untergrund zu beschädigen, und der Rückbau bleibt rückstandsarm. Im Messebau, in denkmalgeschützten Räumen und bei Renovierungen mit kurzer Bauzeit gibt das den Ausschlag für Klick. Auf festen, ebenen und tragfähigen Bestandsbelägen aus Keramik, Stein oder Kunststoff kann der Verleger schwimmend weiterverlegen, textile Altbeläge kommen vorher heraus. Der Rigid-Kern hält die Diele formstabil, ein Teil der Ausführungen bringt die Trittschalldämmung ab Werk auf der Rückseite mit. Beim modularen Zuschnitt bleibt wenig Verschnitt.
23 Artikel führen Büro, Hotel, Gastronomie, Handel und Fitnessbereich als Einsatzbereich, 14 den Wohnbau. Im Objekt liegt Klick vor allem in Kleinbüros und Hotelzimmern. Grenzen setzen schwerer Rollverkehr, große zusammenhängende Flächen hinter Glas und schwere Punktlasten, etwa unter Kraftgeräten. Bürostühle brauchen weiche Rollen vom Typ W, und stuhlrollenfest ist immer nur die geprüfte Kombination aus Belag und Unterlage. Hohe Punktlasten auf kleiner Aufstandsfläche hinterlassen Resteindrücke, die sich nicht vollständig zurückbilden. Nassräume mit Bodenablauf und Saunen scheiden aus. Bäder, Küchen und Eingangsbereiche brauchen eine Herstellerfreigabe.
Für diese Lasten führen wir Dryback-LVT zum vollflächigen Verkleben. Es baut mit 2 bis 3 mm flacher auf, die Fläche bewegt sich nicht, eine einzelne Platte lässt sich mitten im Raum tauschen. Loose-Lay-Designbeläge für die lose Verlegung kommen ohne Verriegelung aus und werden lose oder mit Haftfixierung verlegt. Wo eine fugenlose, verschweißte Fläche gefordert ist, passt PVC-Bahnenware zum Verschweißen.
Belieferung und Ausschreibung
Wir liefern als Großhandel in ganz Österreich an Bodenleger, Raumausstatter, Architekten und Objekteinrichter. Datenblatt und Leistungserklärung liegen zu jedem Artikel bereit, die zitierten Regelwerke stehen im Normen-Lexikon. Welche Ausführung zur Fläche passt, klären wir anhand von Nutzungsklasse, Untergrundaufbau, Heizungsart und Flächengröße. Muster schicken wir vor der Vergabe.