Normen zur Rutschhemmung von Bodenbelägen
In Arbeitsräumen, Küchen, Nassbereichen und öffentlichen Gebäuden schreibt das Arbeitnehmerschutz- bzw. DGUV-Regelwerk rutschhemmende Beläge vor. Die DIN 51130 teilt Beläge in die Bewertungsgruppen R9 bis R13 ein, für Barfußbereiche gelten eigene Prüfverfahren.
Diese Seite sammelt alle Normen zur Rutschhemmung und Rutschsicherheit. Jede Zusammenfassung zeigt, wofür die Klassifizierung gilt und welche Anforderungen in Ausschreibungen üblich sind. Aktuell umfasst dieses Thema 18 Normen.
DIN 51097
Prüfung von Bodenbelägen; Bestimmung der rutschhemmenden Eigenschaft; Naßbelastete Barfußbereiche; Begehungsverfahren; Schiefe Ebene
Zurückgezogenes Prüfverfahren für die Rutschhemmung nassbelasteter Barfußbereiche (Bewertungsgruppen A, B, C) mittels Begehungsverfahren auf der schiefen Ebene.
DIN 51130
Prüfung von Fußböden – Bestimmung des Verdrängungsraums
DIN 51130:2023-03 regelt die Bestimmung des Verdrängungsraums profilierter Fußböden (V-Klassen V4–V10) für Arbeitsbereiche mit Rutschgefahr.
DIN 51131
Prüfung von Bodenbelägen – Bestimmung der rutschhemmenden Eigenschaft – Verfahren zur Messung des Gleitreibungskoeffizienten
DIN 51131 regelte die Messung des Gleitreibungskoeffizienten (µ) auf Bodenbelagsoberflächen – auch an bereits verlegten Böden. Abgelöst durch DIN EN 16165 Anhang D (Dezember 2021).
EN 13451
Schwimmbadgeräte – Teil 1: Allgemeine Sicherheitsanforderungen und Prüfverfahren für in öffentlichen Schwimmbädern installierte Geräte (Normenreihe EN 13451)
EN 13451 regelt Sicherheitsanforderungen für Schwimmbadgeräte – für Bodenleger relevant bei Öffnungsmaßen, Rutschhemmklassen und Belagsabstimmung.
EN 13845
Elastische Bodenbeläge – Polyvinylchlorid-Bodenbeläge mit partikelbasiertem erhöhten Gleitwiderstand – Spezifikation
Legt Anforderungen an PVC-Bodenbeläge mit partikelverstärkter Nutzschicht für dauerhafte Rutschhemmung in gewerblichen und industriellen Bereichen fest.
EN 13893
Elastische, Laminat- und textile Bodenbeläge – Messung des dynamischen Reibungskoeffizienten auf trockenen Bodenbelagsoberflächen
Prüfverfahren für den dynamischen Reibungskoeffizienten (µ-Wert) auf trockenen Oberflächen elastischer, Laminat- und textiler Bodenbeläge.
EN 14041
Elastische, textile, Laminat- und modulare mehrschichtige Bodenbeläge – Wesentliche Merkmale
EU-Produktnorm für elastische, textile und Laminat-Bodenbeläge. Definiert Merkmale wie Brandverhalten und Rutschhemmung als Basis für CE-Kennzeichnung.
EN 14085
Elastische Bodenbeläge – Spezifikation für Fußbodenpaneele für lose Verlegung
EN 14085 legte Maß-, Form- und Leistungsanforderungen an elastische Bodenbelagsplatten zur losen Verlegung fest und wurde durch EN ISO 20326 abgelöst.
EN 14904
Sportböden – Sportböden für Hallen und Räume mehrfunktionaler Sportnutzung und Mehrzwecknutzung – Anforderungen
Legt Anforderungen und Prüfverfahren für Sportböden in Hallen (Indoor) fest, einschließlich Kraftabbau, Reibung und Ballreflexion.
EN 14904:2006
Sportböden – Sportböden für Hallen und Räume mehrfunktionaler Sportnutzung und Mehrzwecknutzung – Anforderungen
Europäische Norm für Mehrzweck-Sporthallenböden: regelt Leistungsanforderungen, Prüfverfahren und Elastizitätstypen für fertig verlegte Sportbodensysteme.
EN 16165
Bestimmung der Rutschhemmung von Fußböden – Ermittlungsverfahren
EN 16165 fasst alle europäischen Prüfverfahren zur Rutschhemmung von Fußböden in einer Norm zusammen – schiefe Ebene, Pendelgerät und Tribometer.
EN 16511
Modulare mechanisch verriegelnde Bodenbeläge (MMF) – Spezifikation, Anforderungen und Prüfverfahren für mehrschichtige modulare Paneele für die schwimmende Verlegung
EN 16511 legt Anforderungen und Prüfverfahren für mehrschichtige modulare Bodenbelagspaneele mit Klicksystem (MMF) für schwimmende Verlegung fest.
EN 16776
Elastische Bodenbeläge – Heterogene Polyurethan-Bodenbeläge – Spezifikation
Anforderungen und Prüfverfahren für vorgefertigte heterogene Polyurethan-Bodenbeläge mit duroplastischen Eigenschaften – als Rolle, Diele oder Platte.
ÖNORM B 1600
Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen
ÖNORM B 1600 regelt Planungsgrundlagen für barrierefreies Bauen in Österreich – mit Anforderungen an Bodenbeläge, Schwellen und taktile Leitsysteme.
ÖNORM B 1601
Barrierefreie Gesundheitseinrichtungen, Assistenzwohnen und Arbeitsplätze – Gestaltungsgrundsätze
ÖNORM B 1601 legt Planungsgrundsätze für barrierefreie Gesundheitseinrichtungen und Arbeitsstätten fest – mit Anforderungen an Bodenbeläge.
ÖNORM B 1602
Barrierefreie Bildungseinrichtungen – Planungsgrundlagen
ÖNORM B 1602 legt Planungsgrundlagen für barrierefreie Bildungseinrichtungen fest – Rutschhemmung, taktile Leitsysteme und Schwellenfreiheit.
ÖNORM B 6000
Werkmäßig hergestellte Dämmstoffe für den Wärme- und/oder Schallschutz im Hochbau – Produktarten, Leistungsanforderungen und Verwendungsbestimmungen
ÖNORM B 6000 legt Produktarten, Leistungsanforderungen und Verwendungsbestimmungen für werkmäßig hergestellte Dämmstoffe im Hochbau fest.
ÖNORM Z 1261
Begehbare Flächen – Messung des dynamischen Reibungskoeffizienten in und außerhalb von Arbeitsstätten
ÖNORM Z 1261 regelte die Messung des dynamischen Reibungskoeffizienten auf begehbaren Flächen in Arbeitsstätten – zurückgezogen August 2022.
So wird Rutschhemmung bewertet
Geprüft wird im Begehungsverfahren auf der schiefen Ebene: Ein Prüfer mit genormten Schuhen begeht den mit Öl benetzten Belag, dessen Neigung steigt, bis er ins Rutschen kommt. Der erreichte Winkel bestimmt die R-Gruppe.
| Gruppe | Neigungswinkel | Typische Einsatzbereiche (Richtwerte) |
|---|---|---|
| R9 | über 6° bis 10° | Innenbereiche mit überwiegend trockenen Böden, z. B. Eingangsbereiche und Verkaufsräume. |
| R10 | über 10° bis 19° | Bereiche mit gelegentlicher Nässe, z. B. Sanitärräume oder Lager. |
| R11 | über 19° bis 27° | Arbeitsbereiche mit erhöhter Rutschgefahr durch Nässe oder Lebensmittel. |
| R12 | über 27° bis 35° | Großküchen sowie fett- und ölbelastete Arbeitsbereiche. |
| R13 | über 35° | Höchste Anforderung, z. B. Fleisch- und Fischverarbeitung. |
Die Zuordnung folgt dem DGUV-Regelwerk als Richtwert – maßgeblich ist die Gefährdungsbeurteilung des konkreten Arbeitsbereichs. Für Barfußbereiche wie Duschen oder Beckenumgänge gilt ein eigenes Verfahren mit den Bewertungsgruppen A, B und C.
Rutschhemmung in Ausschreibung und Betrieb
Die geforderte R-Gruppe legt der Planer anhand der Nutzung fest; der Bodenleger prüft, ob das Produktdatenblatt sie ausweist. Im Betrieb gilt: Reinigungsmittel, Pflegefilme und Verschleiß verändern die Rutschhemmung – der geprüfte Neuwert ist keine Dauergarantie.
Häufige Fragen zu Rutschhemmung
Welche R-Klasse brauche ich in einer gewerblichen Küche?
Je nach Größe und Fettanfall üblicherweise R11 bis R12, in der Fleisch- und Fischverarbeitung bis R13. Verbindlich ist die Gefährdungsbeurteilung nach DGUV-Regelwerk bzw. die Festlegung des Planers.
Was sagt die R-Klasse genau aus?
Sie beschreibt die Rutschhemmung im Begehungsverfahren auf der schiefen Ebene nach DIN 51130 – von R9 (geringste Anforderung) bis R13 (höchste). Sie gilt für Arbeitsräume mit Schuhen, nicht für Barfußbereiche.
Welche Bewertung gilt im Barfußbereich?
Dort gelten die Gruppen A, B und C aus dem Barfuß-Begehungsverfahren – etwa für Duschen, Beckenumgänge und Saunabereiche. Eine R-Klasse ersetzt diese Bewertung nicht.