Was EN 13893 regelt
EN 13893 beschreibt das Prüfverfahren zur Bestimmung des dynamischen Reibungskoeffizienten auf trockenen Oberflächen von elastischen, Laminat- und textilen Bodenbelägen. Das Verfahren setzt einen Gleitkörper ein, der unter definierter Last und Geschwindigkeit über den Bodenbelag bewegt wird – aus dem Verhältnis von Reibkraft zu Normalkraft ergibt sich der µ-Wert.
Geltungsbereich
Die Norm gilt für Böden, die typischerweise mit Schuhen begangen werden, und erfasst Oberflächen mit einem Reliefvolumen bis 4 cm³/dm². Nasse, ölige oder staubige Bedingungen liegen außerhalb ihres Anwendungsbereichs – für solche Szenarien existieren gesonderte Prüfverfahren.
Klassifizierung
| Klasse | µ-Wert | Bedeutung |
|---|---|---|
| DS | ≥ 0,30 | Rutschhemmung auf trockener Oberfläche nachgewiesen |
| – | < 0,30 | Anforderung nicht erfüllt |
Die Klasse DS wird in übergeordneten Produktnormen wie EN 14041 als deklarierbare Leistungseigenschaft herangezogen und erscheint häufig in technischen Produktdatenblättern von Bodenbelagsherstellern.
Prüfbedingungen
- Temperatur 23 ± 2 °C, relative Luftfeuchte 50 ± 5 %
- Konditionierung des Prüfkörpers mindestens 24 Stunden vor der Messung
- Oberfläche trocken, sauber und frei von Verunreinigungen
Praxishinweis
Die Klassifizierung bezieht sich ausschließlich auf trockene Bedingungen. Für Nass- und Barfußbereiche sowie gewerbliche Küchen gelten ergänzende Verfahren – etwa DIN 51130 (R-Klassen, begangene schiefe Ebene) oder DIN 51097 (A/B/C für Barfußbereiche). Wer allein auf DS vertraut und einen Belag in feuchtebelasteten Zonen einsetzt, riskiert mangelhafte Verkehrssicherheit und mögliche Haftungsfolgen.