Was ÖNORM B 1600 regelt
ÖNORM B 1600 legt Planungsgrundlagen für die barrierefreie Gestaltung und Nutzung der gebauten Umgebung fest. Ihre Bestimmungen sind anzuwenden, um barrierefreie Bauten und Anlagen neu zu errichten; Erleichterungen für bestehende Baulichkeiten stehen in Anhang B. Laut Vorwort ist sie die nationale Umsetzungsnorm zur ÖVE/ÖNORM EN 17210. Weiterführende Anforderungen für bestimmte Gebäudearten enthalten ÖNORM B 1601 (Gesundheitseinrichtungen, assistive Wohn- und Arbeitsstätten), B 1602 (Bildungseinrichtungen) und B 1603 (Tourismus- und Freizeiteinrichtungen).
Was den Boden betrifft
Laut Inhaltsverzeichnis behandelt die Norm unter anderem Türschwellen, die Auswahl von Materialien mit eigenen Abschnitten zu Bodenbelägen im Freien und in Gebäuden, zu Gitterrosten und Schmutzabstreifern, dazu taktile Informations- und Orientierungssysteme sowie visuelle Kontraste mit Mindestkontrastwerten und Berechnungsmethode. Ein informativer Anhang beschreibt die Ermittlung und Festlegung von Kontrasten, Farben und Oberflächen. Die konkreten Werte stehen im Normtext.
Ausgabe 2023
Die aktuelle Ausgabe 2023-05-01 berichtigt die Ausgabe 2023-02-15. Gegenüber der ÖNORM B 1600:2017 wurde die Norm technisch überarbeitet, unter anderem angepasst an die OIB-Richtlinie 4 (Ausgabe 2019) und an ÖVE/ÖNORM EN 17210:2021. Konkretisiert wurden die Anforderungen an Wegeführung und Orientierung und an visuelle Kontraste, mit einer Berechnungsformel nach Michelson.
Rechtlicher Rahmen
Laut Vorwort erfolgt die Umsetzung der Nichtdiskriminierung von Menschen mit Behinderung durch nationale Regelwerke wie das Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz. Verbindlich wird sie erst durch Gesetz, Verordnung oder Vertrag.
Praxishinweis
Für Bodenleger im Objektbereich zählen vor allem Schwellen, Bodenbeläge, Kontraste und taktile Bodeninformationen. Welche Anforderungen im Projekt gelten, legt die Planung fest.