Was EN 548 regelte
EN 548 war die europäische Produktnorm für Linoleum-Bodenbeläge – sowohl in Bahnenware als auch als Fliesen, jeweils als einfarbige (plain) oder gemusterte (decorative) Ausführung. Die Norm legte Mindestanforderungen an die Zusammensetzung des Belags fest: Wesentliche Bestandteile sind oxidiertes Leinöl als Bindemittel (Linoleumzement), Kork- oder Holzmehl als Füllstoff sowie ein Träger aus Jutegewebe oder Vlies.
Geltungsbereich
EN 548 galt für alle Linoleum-Produkte, die im Innenbereich verlegt werden. Sie umfasste sowohl Rollenware als auch Linoleum-Fliesen und definierte Klassifizierungsstufen nach Nutzungsintensität – vergleichbar mit dem System, das auch für andere elastische Bodenbeläge gilt. Produkte mussten entsprechend ihrer Nutzungsklasse gekennzeichnet sein.
Wesentliche Prüfanforderungen
Die Norm prüfte unter anderem Gesamtdicke und Nutzschichtdicke, Maßhaltigkeit (Länge, Breite, Rechtwinkligkeit), Resteindrucktiefe nach statischer Belastung, Biegsamkeit (Biegeprüfung ohne Rissbildung) sowie Dimensionsstabilität und Farbbeständigkeit unter Lichteinstrahlung. Die genauen Grenzwerte waren nach Nutzungsklasse gestaffelt.
Status und Nachfolger
EN 548 wurde in ihrer letzten Fassung im Mai 2011 veröffentlicht und noch im selben Jahr als ÖNORM EN 548 sowie DIN EN 548 national übernommen. Im Jahr 2012 wurde EN 548 durch EN ISO 24011 abgelöst. Die Nachfolgenorm harmonisiert die europäischen Anforderungen mit der internationalen ISO-Norm (ISO 24011:2009) und aktualisiert die Prüfverfahren sowie das Klassifizierungssystem.
Praxishinweis
In älteren Leistungsverzeichnissen und Ausschreibungsunterlagen taucht EN 548 mitunter noch auf. Da die Norm zurückgezogen ist, müssen aktuelle Produktspezifikationen und Ausschreibungen auf EN ISO 24011 verweisen. Linoleum-Produkte werden heute nach EN ISO 24011 klassifiziert und geprüft; bei Streitfragen ist ausschließlich diese Nachfolgenorm maßgeblich.