Was EN 432 regelt
EN 432 beschreibt ein genormtes Prüfverfahren zur Bestimmung der Scherkraft zwischen den einzelnen Schichten mehrlagiger elastischer Bodenbeläge. Die Norm wurde 1994 veröffentlicht und zuletzt im April 2021 durch CEN bestätigt (Stage 90.93, Standard confirmed) — sie ist damit weiterhin gültig.
Anwendungsbereich
Das Verfahren gilt für alle mehrlagig aufgebauten elastischen Bodenbeläge, also insbesondere für heterogene PVC-Beläge, Linoleum und Kautschukbahnen. Geprüft werden sowohl der Schichtverbund im fertigen Produkt als auch die Haftfestigkeit zwischen einem Belag und einem Klebstoff.
Prüfprinzip
Ein konditioniertes Probestück wird in eine Prüfvorrichtung eingespannt; anschließend werden die Schichten mit definierter Geschwindigkeit parallel zueinander verschoben. Die dabei auftretende maximale Kraft — die Scherkraft — wird gemessen und dokumentiert. Ein hoher Wert zeigt einen festen Schichtverbund an, ein niedriger Wert kann auf Delaminierungsrisiken hinweisen.
Praxisrelevanz
Die Scherkraftmessung nach dieser Norm ist ein etabliertes Qualitätssicherungsmittel in der Belagsherstellung. Hersteller setzen das Verfahren ein, um Delaminierung frühzeitig zu erkennen, und Sachverständige greifen darauf zurück, wenn bei Schadensfällen Klebstoffversagen oder Schichtablösung zu beurteilen ist. Die Norm wird auch in produktspezifischen Normen wie EN 650 als Referenzprüfung aufgeführt.