Was EN 1399 regelt
Elastische Bodenbeläge wie Linoleum, Kautschuk und PVC werden im Gastronomie-, Hotel- und öffentlichen Bereich mitunter durch Zigaretten beansprucht. Die Norm EN 1399 legt zwei standardisierte Prüfverfahren fest, mit denen sich ermitteln lässt, wie widerstandsfähig ein Belag gegen diese Beanspruchung ist.
Die zwei Prüfverfahren
Bei der ersten Methode wird eine glühende Zigarette mit definiertem Druck auf der Belagsoberfläche ausgedrückt. Anschließend wird die Oberfläche auf Verfärbungen, Verformungen oder Materialschädigungen beurteilt. Beim zweiten Verfahren lässt man eine brennende Zigarette auf dem Belag kontrolliert abbrennen und bewertet danach den verbleibenden Schaden optisch.
Das Ergebnis wird in beiden Fällen als bestanden oder nicht bestanden dokumentiert. Welches Mindestergebnis ein Belag erreichen muss, regeln die jeweiligen Produktnormen — nicht EN 1399 selbst.
Geltungsbereich und Bezug zu Produktnormen
Die Norm gilt primär für Linoleum- und Kautschukbeläge, wird aber auch für homogene und heterogene PVC-Bahnenware herangezogen, sofern die zugehörige Produktnorm darauf verweist — etwa EN ISO 24011 für Linoleum oder EN 649 für PVC-Bahnenware. Textile Bodenbeläge sind nicht Gegenstand dieser Prüfnorm.
Praxishinweis
Wer Böden für Gastronomiebetriebe, Hotels oder öffentliche Verkehrsflächen ausschreibt, findet in Produktdatenblättern häufig den Hinweis auf eine bestandene Zigarettenprüfung nach EN 1399. Für eine aussagekräftige Leistungserklärung muss das Testergebnis stets im Zusammenhang mit den Anforderungen der entsprechenden Produktnorm gesehen werden — ein isolierter Prüfwert ohne diesen Bezug ist nicht ausreichend.