Was EN 426 regelte
EN 426 beschrieb die Messverfahren zur Bestimmung geometrischer Maße von elastischen Bodenbelägen in Bahnenform. Geprüft wurden Breite, Länge, Geradheit der Bahnenkanten sowie Ebenheit der Bahnoberfläche. Die Norm galt für alle Arten elastischer Bahnenbeläge – darunter PVC, Linoleum und Kautschuk – und bildete die messtechnische Grundlage für Produktnormen wie EN 649, EN 548 und EN 1817. Fliesen, Planken und halbstarre Beläge waren nicht Gegenstand dieser Norm.
Prüfbereiche im Überblick
EN 426 definierte kein eigenständiges Anforderungsniveau, sondern ausschließlich das Messverfahren. Zulässige Toleranzen wurden in den jeweiligen Produktnormen festgelegt. Die Prüfung umfasste vier Bereiche:
- Breite: Messung an mindestens drei Stellen quer zur Bahnrichtung unter definierten Klimabedingungen.
- Länge: Messung in Bahnrichtung nach ausreichender Akklimatisierung.
- Geradheit: Abweichung der Bahnenkante von einer geraden Bezugslinie – relevant für die Fugendichte bei fugenloser Verlegung.
- Ebenheit: Messung der Welligkeit bzw. Aufwölbung auf einer ebenen Unterlage.
Die Konditionierung der Proben vor der Messung (üblicherweise 23 °C / 50 % r. F.) war für reproduzierbare Ergebnisse entscheidend.
Status und Nachfolgenorm
EN 426 wurde durch EN ISO 24341:2012 abgelöst. Die Nachfolgenorm übernimmt die Prüfverfahren für Breite, Länge und Geradheit, enthält jedoch keine Ebenheitsprüfung mehr. Für Reklamationen oder Produktprüfungen, bei denen Ebenheit vertraglich oder normativ vereinbart wurde, ist daher genau zu prüfen, auf welche Norm verwiesen wird.
Praxishinweis
Bei der Wareneingangskontrolle wird die Akklimatisierungszeit häufig nicht eingehalten. Elastische Bahnenware verändert ihre Maße temperatur- und feuchteabhängig – eine Messung direkt nach dem Transport bei winterlichen Temperaturen ergibt systematisch abweichende Werte. Reklamationen wegen Breitenabweichung oder Welligkeit lassen sich nur dann belastbar beurteilen, wenn die Prüfbedingungen gemäß der vereinbarten Norm eingehalten wurden.