Was EN 1569 regelt
EN 1569 definiert ein standardisiertes Prüfverfahren, mit dem bewertet wird, wie Sportbodenbeläge auf rollende Belastungen reagieren. Der Anwendungsbereich umfasst Bodenbeläge in Sporthallen und Mehrzweckhallen, also alle Beläge, die planmäßig von Geräten auf Rollen oder Rädern überfahren werden – darunter fahrbare Tore, rollende Turngeräte und ähnliche Einrichtungen.
Das Verfahren ist sowohl für Laborprüfungen an Probekörpern als auch für Prüfungen am fertig verlegten Boden vor Ort geeignet. Diese Flexibilität erlaubt eine Qualitätskontrolle entlang der gesamten Prozesskette: vom Herstellerwerk bis hin zur abgeschlossenen Verlegung in der Halle.
Prüfprinzip und Bewertung
Bei der Prüfung wird ein definiertes Prüfrad mit festgelegter Last wiederholt über die Bodenoberfläche gerollt. Nach der Belastung bewertet man den Boden visuell auf sichtbare Schäden, Verformungen und Oberflächenveränderungen. Die Norm legt die Prüfbedingungen – Radgeometrie, Belastung und Ablauf – so fest, dass die Ergebnisse verschiedener Hersteller und Prüflabore vergleichbar sind.
Nicht zum Anwendungsbereich gehören elastische Wohnraumbeläge wie Linoleum, Kork oder Vinyl, die ausschließlich unter statischer oder Gehbelastung stehen. Die Norm ist explizit dem Bereich Sportflächen zugeordnet (ICS 97.220.10).
Einordnung und Praxisbedeutung
Die aktuelle Fassung von 2020 löste die Vorgängerversion von 2000 ab. Produktnormen für Sporthallenböden wie EN 14904 verweisen auf EN 1569 als Teil des Pflichtprüfprogramms. Planer und Verarbeiter können mit dem Nachweis nach EN 1569 belegen, dass ein Belag die mechanischen Anforderungen für rollende Geräte in Sportanlagen erfüllt.
Den Normtext erwerben Sie über DIN Media oder Austrian Standards.