Was EN 12466 regelt
Die Terminologienorm für elastische Bodenbeläge definiert die Fachbegriffe, die in Produktnormen, Prüfvorschriften und technischen Unterlagen für Beläge aus PVC, Linoleum, Kautschuk, Polyolefin und verwandten Materialien verwendet werden. Textile Bodenbeläge und Laminat fallen nicht in ihren Geltungsbereich.
Geregelte Begriffsbereiche
Als reine Terminologienorm enthält EN 12466 keine Grenzwerte oder Nutzungsklassen, sondern definiert grundlegende Bezeichnungen in drei Bereichen:
- Materialbezeichnungen: Unterscheidung von Homogenbelag, Heterogenbelag und geschäumtem Belag sowie die Abgrenzung von Träger- und Nutzschicht
- Produktformen: Bahnenware, Fliese und Planke – jeweils mit Definition der geometrischen und konstruktiven Merkmale
- Prüf- und Eigenschaftsbegriffe: Maßhaltigkeit, Schichtaufbau, Gesamtdicke, Nutzschichtdicke und verwandte Kenngrößen
Die hier festgelegten Begriffe bilden die sprachliche Grundlage für produktspezifische Normen wie EN 649 (homogener und heterogener PVC-Belag), EN 548 (Linoleum) oder EN 12199 (Kautschuk).
Praxishinweis: Nutzschichtdicke vs. Gesamtdicke
In Ausschreibungen und Lieferscheinen wird die Nutzschichtdicke häufig mit der Gesamtdicke verwechselt. Die Norm klärt diesen Unterschied eindeutig: Die Nutzschichtdicke bezeichnet ausschließlich den oberhalb der Trägerlage liegenden, begehbaren Teil des Belags. Dieser Wert ist für Verschleiß- und Nutzungsklassenangaben nach EN 649 oder EN 685 maßgebend – nicht die Gesamtdicke des Produkts.