Normen zu Trittschall und Schallschutz
Trittschall gehört zu den häufigsten Streitpunkten im Objekt- und Wohnbau. Normen regeln, wie die Trittschallverbesserung eines Bodenbelags gemessen wird und welche Anforderungen an den Schallschutz von Gebäuden gelten.
Hier finden Sie alle Normen zu Trittschall, Schallmessung und Schallschutz – inklusive Status-Ampel und Hinweisen, worauf bei Produktdatenblättern zu achten ist. Aktuell umfasst dieses Thema 12 Normen.
DIN 18560-2
Estriche im Bauwesen – Teil 2: Estriche und Heizestriche auf Dämmschichten (schwimmende Estriche)
DIN 18560-2 regelt Anforderungen an schwimmende Estriche und Heizestriche auf Dämmschichten: Mindestdicken, Festigkeitsklassen und Ausführungsdetails.
EN 16205
Messung von Gehschall auf Fußböden im Prüfstand
Laborverfahren zur Messung des Gehschalls, der beim Begehen eines Bodenbelags im selben Raum entsteht. Basis für reproduzierbare Produktvergleiche.
EN ISO 10140-1
Akustik – Messung der Schalldämmung von Bauteilen im Prüfstand – Teil 1: Anwendungsregeln für bestimmte Produkte
Produktspezifische Einbau- und Prüfbedingungen für die Labormessung der Schalldämmung – u. a. für Bodenbeläge und Trittschalldämmunterlagen.
EN ISO 10140-3
Akustik – Messung der Schalldämmung von Bauteilen im Prüfstand – Teil 3: Messung der Trittschalldämmung
Legt das Prüfstandsverfahren zur Labormessung der Trittschalldämmung von Decken und Bodenbelägen fest – Grundlage für den Kennwert ΔLw.
EN ISO 10140-5
Akustik – Messung der Schalldämmung von Bauteilen im Prüfstand – Teil 5: Anforderungen an Prüfstände und Prüfeinrichtungen
Legt Anforderungen an Prüfstände und Prüfeinrichtungen für die Messung der Luft- und Trittschalldämmung von Bauteilen fest.
EN ISO 140-8
Akustik – Messung der Schalldämmung in Gebäuden und von Bauteilen – Teil 8: Messung der Trittschallminderung durch eine Deckenauflage auf einer massiven Bezugsdecke in Prüfständen
Laborverfahren zur Messung der Trittschallminderung von Bodenbelägen auf einer massiven Bezugsdecke; zurückgezogen, heute gilt EN ISO 10140-3.
EN ISO 717-1
Akustik – Bewertung der Schalldämmung in Gebäuden und von Bauteilen – Teil 1: Luftschalldämmung
Regelt die Einzahlbewertung der Luftschalldämmung von Bauteilen und Gebäuden nach genormten Messverfahren.
EN ISO 717-2
Akustik – Bewertung der Schalldämmung in Gebäuden und von Bauteilen – Teil 2: Trittschalldämmung
Regelt die Berechnung der Einzahlangaben für die Trittschalldämmung von Decken und Bodenbelägen aus frequenzabhängigen Messwerten.
ISO 19322
ISO 19322 – Elastische Bodenbeläge auf Basis thermoplastischer Polymere
ISO 19322 legt Anforderungen und Klassifizierungen für elastische Bodenbeläge aus thermoplastischen Polymeren wie LVT, PVC oder TPU fest.
ÖNORM B 6050
Dämmstoffe für den Wärme- und/oder Schallschutz im Hochbau – Expandierter Polystyrol-Partikelschaumstoff EPS
ÖNORM B 6050 regelte Anforderungen an EPS-Dämmstoffe für den Wärme- und Schallschutz im Hochbau; zurückgezogen, Nachfolge durch ÖNORM B 6000.
ÖNORM B 8115-2
Schallschutz und Raumakustik im Hochbau – Teil 2: Methodik zur Ermittlung von Schallschutzniveaus
ÖNORM B 8115-2 (2021) legt die Methodik zur Ermittlung von Schallschutzniveaus im Hochbau fest – Grundlage für bauphysikalische Nachweise in Österreich.
ÖNORM B 8115-4
Schallschutz und Raumakustik im Hochbau – Teil 4: Maßnahmen zur Erfüllung der schalltechnischen Anforderungen
Regelt bauliche Maßnahmen zur Erfüllung der schalltechnischen Anforderungen im Hochbau, einschließlich Trittschalldämmung durch Bodenaufbauten.
Die wichtigsten Begriffe
Das Trittschallverbesserungsmaß ΔLw gibt in Dezibel an, um wie viel ein Bodenbelag den Trittschall in darunterliegende Räume reduziert – gemessen in einem genormten Verfahren und damit zwischen Produkten vergleichbar.
Davon zu unterscheiden sind der Schallschutz des Gebäudes selbst (bewerteter Norm-Trittschallpegel), den vor allem Rohdecke und Estrichaufbau bestimmen – und der Gehschall, also das Geräusch im Raum selbst.
Trittschall in der Praxis
Die Anforderungen an den Schallschutz ergeben sich aus den Schallschutznormen und dem Bauvertrag. Der Belag liefert einen Beitrag, kann eine unzureichende Deckenkonstruktion aber nicht retten. Beim Produktvergleich zählt der Datenblattwert ΔLw – aussagekräftig nur, wenn er nach dem genormten Verfahren gemessen wurde.
Häufige Fragen zu Trittschall
Was bedeutet ΔLw?
Das Trittschallverbesserungsmaß in Dezibel: Es gibt an, um wie viel der Bodenbelag den in den Raum darunter übertragenen Trittschall reduziert. Je höher der Wert, desto größer die Verbesserung.
Reicht ein Belag mit hohem ΔLw für guten Schallschutz?
Nein. Der Schallschutz eines Gebäudes hängt primär von Decke und Estrichaufbau ab – der Belag verbessert das Ergebnis nur zusätzlich. Anforderungen an das Gebäude lassen sich nicht allein über den Belag erfüllen.
Was ist der Unterschied zwischen Trittschall und Gehschall?
Trittschall ist der Schall, der in darunterliegende Räume übertragen wird; Gehschall ist das Geräusch, das im selben Raum beim Begehen entsteht. Ein Belag kann beim einen gut und beim anderen schwach abschneiden.