Was EN ISO 140-8 regelte
EN ISO 140-8 legte das Laborverfahren zur Messung der Trittschallminderung von Bodenbelägen und Deckenauflagen fest. Im Mittelpunkt stand die Frage, um wie viele Dezibel ein Bodenbelag den Trittschallpegel einer Rohdecke im Labor reduziert – gemessen als bewertetes Trittschallverbesserungsmaß ΔLw nach EN ISO 717-2.
Messprinzip und Prüfaufbau
Das Verfahren nach EN ISO 140-8 sah eine genormte Massivdecke aus Stahlbeton als Referenz vor. Ein normiertes Hammerwerk erzeugte eine reproduzierbare Trittschallanregung, während im Empfangsraum der Schalldruckpegel zunächst ohne, dann mit aufgebrachtem Bodenbelag gemessen wurde. Die Differenz beider Messungen – frequenzabhängig über Terzbänder von 100 Hz bis 3150 Hz – ergab die Trittschallminderung des geprüften Belags.
Der Einzahlwert ΔLw aus EN ISO 140-8-Prüfungen war die zentrale Kenngröße in Produktdatenblättern und wurde für den rechnerischen Nachweis nach nationalen Schallschutznormen (z. B. ÖNORM B 8115-4) verwendet.
Status und Nachfolger
EN ISO 140-8 wurde 2010 zurückgezogen und durch die neu strukturierte EN ISO 10140-Reihe abgelöst. Für die Labormessung der Trittschalldämmung ist seither EN ISO 10140-3 maßgeblich; die Anwendungsregeln enthält EN ISO 10140-1, die Anforderungen an Prüfstände regelt EN ISO 10140-5. Aktuelle Fassungen dieser Nachfolgenormen stammen aus 2021.
Praxishinweis
ΔLw-Werte aus Prüfungen nach der alten EN ISO 140-8 und nach dem Nachfolgeverfahren EN ISO 10140-3 sind nicht ohne Weiteres vergleichbar, da sich Prüfstandskonfigurationen und Normvorschriften geändert haben. Für aktuelle Ausschreibungen und Schallschutznachweise sollten nur Prüfberichte nach EN ISO 10140-3 herangezogen werden. Laborwerte spiegeln zudem nur die Leistung unter genormten Bedingungen wider – die tatsächliche Trittschallminderung am Bau hängt von Rohdeckenmasse, Flankenübertragung und Einbausituation ab.