Was DIN 18560-2 regelt
DIN 18560-2 gilt für schwimmende Estriche, also Estriche auf einer Dämmschicht, die Anforderungen an Wärme- und/oder Schallschutz erfüllen müssen. Als Heizestriche nehmen sie zusätzlich Heiz- oder Kühlelemente auf, etwa Rohre für die Flächenheizung und Flächenkühlung nach DIN EN 1264-4. Die Norm gilt zusammen mit den übrigen Teilen der Reihe DIN 18560 sowie DIN EN 13318 und DIN EN 13813.
Ausgabe 2022-08
DIN 18560-2:2022-08 ersetzt die Ausgabe 2009-09 und deren Berichtigung von 2012. Laut Änderungsvermerk wurden mehrere Abschnitte überarbeitet, ein Abschnitt neu eingefügt und die frühere Eignungsprüfung gestrichen.
Nenndicke nach Nutzung
Ein schwimmender Estrich verteilt die Last auf die Dämmschicht. Seine Nenndicke richtet sich deshalb nach Estrichart, Biegezugfestigkeitsklasse und der Nutzung nach DIN EN 1991-1-1. Das VDPM-Merkblatt Calciumsulfat-Fließestriche (10/2022) gibt die Werte nach DIN 18560-2 wieder, zwei Beispiele für unbeheizte Estriche:
- Wohnräume, Hotelzimmer (2,0 kN/m², Einzellast 1,0 kN): Zementestrich mindestens 45 mm (F4) bzw. 40 mm (F5), Calciumsulfat-Fließestrich mindestens 35 mm.
- Büroflächen, Flure in Bürogebäuden (2,0 kN/m², Einzellast 2,0 kN): Zementestrich mindestens 65 mm (F4) bzw. 55 mm (F5), Calciumsulfat-Fließestrich 50 mm (F4) bis 40 mm (F7).
Die Werte setzen eine Zusammendrückbarkeit der Dämmschicht von höchstens 5 mm voraus, bei Einzellasten über 2 kN von höchstens 3 mm. Bei Dämmschichten bis 40 mm Dicke darf die Nenndicke um 5 mm sinken, jedoch nicht unter 30 mm. Flächenlasten über 5,0 kN/m² oder Einzellasten über 4 kN regelt die Norm nicht; dann bemisst der Tragwerksplaner.
Heizestriche
Unterschieden werden Bauart A mit Rohren im Estrich, Bauart B mit Rohren unter dem Estrich und Bauart C mit Rohren in einem Ausgleichsestrich, auf dem der Estrich mit zweilagiger Trennschicht liegt. Bei Bauart A kommt der Rohraußendurchmesser zur Nenndicke hinzu. Die Rohrüberdeckung beträgt bei F4 mindestens 45 mm, bei Calciumsulfat-Fließestrich 40 mm. Andere Klassen erlauben abweichende Dicken mit mindestens 30 mm Überdeckung; dünnere Estriche sind auf Tragfähigkeit, unter Stein und Keramik auch auf Durchbiegung zu prüfen. Im Calciumsulfat-Fließestrich dürfen an den Heizelementen dauerhaft höchstens 55 °C herrschen.
Praxishinweis
Nach der Schnittstellenkoordination des Bundesverbands Flächenheizungen weist der Heizungsplaner die Messstellen für die CM-Messung im Plan aus. Dicke Estriche trocknen deutlich länger: Laut VDPM bedeutet doppelte Dicke etwa drei- bis viermal so lange Trocknung. Für den Bodenleger zählt vor der Verlegung die Belegreife. Die CM-Werte der DIN 18560-1 dienen laut TKB-Merkblatt 8 der Estrichabnahme und berücksichtigen den Belag nicht.