Was EN 687 regelt
EN 687 definiert die Anforderungen an Linoleum-Bodenbeläge mit Korkmentrücken als Bahnenware – in ungemusterter (uni) sowie gemusterter Ausführung. Der Korkmentrücken ist ein Verbundträger aus Korkgranulat und Bindemittel, der dem Belag eine höhere Eindruckfestigkeit und verbesserte Trittschalldämpfung verleiht als ein reiner Schaumrücken.
Geltungsbereich und Normenfamilie
Die Norm ist Teil einer Gruppe europäischer Standards für Linoleum-Bodenbeläge: EN 686 regelt Linoleum mit Schaumrücken, EN 688 spezifiziert Korklinoleum (Korkanteil im Oberbelag), und EN 548 gilt für Linoleum auf Jute- oder Polyestervliesrücken. EN 687 deckt ausschließlich den Korkment-Verbundrücken ab und grenzt sich damit klar von diesen Geschwisternormen ab.
Geprüfte Eigenschaften
Die aktuell gültige Fassung legt Grenzwerte und die zugehörigen Prüfverfahren für folgende Eigenschaften fest:
- Gesamtdicke und Nutzschichtdicke (Prüfung nach EN 428)
- Maßbeständigkeit (EN 434)
- Resteindrucktiefe nach Belastung (EN 433)
- Biegeverhalten des Belags (EN 435)
- Lichtechtheit (EN ISO 105-B02)
- Abriebverhalten der Oberfläche (EN 660-1)
Zusätzlich werden Geradheit der Kanten, Rechtwinkligkeit sowie Anforderungen an das optische Erscheinungsbild definiert.
Nutzungsklassen und Praxis
Die Norm verweist auf das Klassifizierungssystem nach EN 685 (Nutzungsintensität von Wohnbereich bis gewerblicher Intensivnutzung). Linoleum nach EN 687 eignet sich durch seinen Korkmentrücken für ein breites Einsatzspektrum. Bei Ausschreibungen ist die jeweils gültige Nutzungsklasse nach EN ISO 10874 zu prüfen. Die Ausgabe 2019 löste die Fassung von 2011 ab und ist bis heute gültig.