Was EN 435 regelte
EN 435 war die europäische Prüfnorm für die Biegsamkeit elastischer Bodenbeläge. Sie beschrieb, wie Probekörper aus Bahnenware oder Fliesen – typischerweise aus PVC, Linoleum oder Kautschuk – unter definierten Bedingungen über einen Dorn gebogen werden, um ihr Verhalten bei mechanischer Verformung zu beurteilen. Bewertet wurde, ob die Oberfläche danach Risse, Brüche oder Ablösungen der Deckschicht zeigt.
Das Verfahren war vor allem für die Qualitätssicherung im Herstellungsprozess sowie für die Produktauswahl relevant: Ein Belag, der die Biegsamkeitsprüfung besteht, ist für Anwendungen geeignet, bei denen er gerollt, auf Kurven verlegt oder über Übergänge geführt wird.
Geltungsbereich und Abgrenzung
Die Norm galt ausschließlich für elastische Bodenbeläge und deckte das Verhalten bei Raumtemperatur ab. Nicht erfasst waren Holz-, Laminat- oder mineralische Beläge sowie das Tieftemperaturverhalten (Kälteflexibilität), das in einer eigenen Prüfnorm geregelt ist. Die Biegsamkeit nach dieser Prüfmethode darf nicht mit der Kälteflexibilität gleichgesetzt werden.
Ablösung und aktueller Stand
Die Norm ist zurückgezogen und wurde durch EN ISO 24344:2012 ersetzt. Der Nachfolger erweitert den Prüfumfang: Neben der Flexibilität wird nun auch die Durchbiegung (Deflection) gemessen, was eine präzisere Aussage über das Verformungsverhalten erlaubt. Produktnormen wie EN 649 (PVC-Bahnenware) oder EN 548 (Linoleum) verweisen heute auf EN ISO 24344 als maßgebliche Methode für den Biegsamkeitsnachweis.
Wer aktuell Beläge nach geltenden Normen prüft oder bewertet, muss EN ISO 24344:2012 heranziehen. Ältere Prüfberichte, die noch die zurückgezogene Vorgänger-Norm nennen, sind entsprechend einzuordnen.