Was EN 428 regelte
EN 428 war die europäische Prüfnorm für die Bestimmung der Gesamtdicke von elastischen Bodenbelägen. Sie galt für Beläge aus PVC, Linoleum, Kautschuk und verwandten Materialien. Die Norm ist zurückgezogen und wurde durch EN ISO 24346 ersetzt.
Prüfprinzip
Die Messung der Gesamtdicke erfolgte mit einem Dickenmessgerät: Ein kreisrunder Messfuß wurde mit definierter Auflast auf die Probe aufgesetzt und der Abstand zwischen Messfuß und der darunterliegenden Platte gemessen. An mehreren gleichmäßig über die Probe verteilten Stellen wurden Einzelwerte erfasst und zu einem arithmetischen Mittel verrechnet. Vor der Messung mussten die Proben im Normklima konditioniert werden, um reproduzierbare Ergebnisse zu gewährleisten.
Geltungsbereich und Abgrenzung
Der Anwendungsbereich von EN 428 umfasste ausschließlich elastische Bodenbeläge. Textile Bodenbeläge (Teppiche) und Laminat fielen nicht darunter. Wichtig: Die Gesamtdicke ist nicht gleichbedeutend mit der Nutzschichtdicke – letztere wird nach einer eigenen Prüfnorm gemessen und ist für die Bewertung der Abriebfestigkeit entscheidend.
Status und Nachfolger
Die DIN-Ausgabe von EN 428 erschien im November 1993 (DIN EN 428:1993-11). Auf österreichischer Seite existierte bereits eine frühere ÖNORM-Fassung von 1991, die ebenfalls zurückgezogen wurde. Im Jahr 2012 ersetzte EN ISO 24346 die alte europäische Norm vollständig. Die Nachfolgenorm ist inhaltlich weitgehend deckungsgleich, wurde aber auf ISO-Ebene harmonisiert und international ausgerichtet. Für alle aktuellen Produktnachweise, Wareneingangsprüfungen und Ausschreibungen ist ausschließlich EN ISO 24346 heranzuziehen.
Den vollständigen Normtext der historischen EN 428 oder der gültigen EN ISO 24346 erhalten Sie beim zuständigen Normverlag.