Was EN ISO 24343-2 regelt
Die Norm beschreibt ein Prüfverfahren zur Bestimmung der Kurzzeit-Eindrucktiefe und des Kurzzeit-Resteindrucks bei elastischen Bodenbelägen. Geprüft wird, wie tief ein Belag unter einer definierten Drucklast eingedrückt wird und welche bleibende Verformung nach Entlastung und Erholungszeit verbleibt. Damit lässt sich beurteilen, wie gut sich ein Bodenbelag nach kurzzeitiger Druckbelastung – etwa durch Möbelfüße oder Stuhlrollen – wieder erholt.
Ausdrücklich ausgeschlossen sind Laminat-Bodenbeläge: Für diese gilt die verwandte Teil-1-Norm der Reihe, die sowohl elastische Beläge als auch Laminat umfasst und den Langzeit-Resteindruck behandelt.
Anwendungsbereich und Prüfprinzip
Das Verfahren gilt für alle gängigen Typen elastischer Bodenbeläge: PVC-Bahnen und -Fliesen (homogen wie heterogen), Linoleum, Kautschukbeläge, LVT (Luxury Vinyl Tiles in Dryback-, Click- und Loose-Lay-Ausführung) sowie Korkbeläge. Die Prüfkörper werden unter klimatisierten Bedingungen (23 °C ± 2 °C, 50 % ± 5 % rel. Feuchte) mit 500 N belastet; die Belastungszeit beträgt 20 Minuten, die anschließende Erholungszeit ebenfalls 20 Minuten. Gemessen wird die Eindrucktiefe unter Last sowie der verbleibende Resteindruck nach der Erholungsphase.
Bedeutung in der Praxis
Produktdatenblätter elastischer Bodenbeläge geben häufig sowohl den Kurzzeit- als auch den Langzeit-Resteindruck an. Der Kurzzeit-Resteindruck nach der vorliegenden Norm ist besonders aussagekräftig bei Flächen mit wechselnder Möblierung, Rollstuhlnutzung oder häufig verschobenen Einrichtungsgegenständen. Bei der Ausschreibung und Auswahl sollte geprüft werden, welcher Prüfwert angegeben ist, da Kurzzeit- und Langzeitwerte deutlich voneinander abweichen können.