Was DIN 18560-1 regelt
DIN 18560-1 ist der allgemeine Teil der deutschen Normenreihe für Estriche im Bauwesen. Sie gilt für Baustellenestriche und für Estriche aus Estrichmörteln und Estrichmassen nach DIN EN 13813, hergestellt mit Calciumsulfat, Gussasphalt, Kunstharz, kaustischer Magnesia oder Zement, im Innen- wie im Außenbereich. Sie beschreibt allgemeine Anforderungen, Prüfungen und die Ausführung. Die Kurzzeichen der Estricharten, etwa CT für Zementestrich und CA für Calciumsulfatestrich, stammen aus DIN EN 13813.
Aufbau der Reihe DIN 18560
DIN 18560-1 bildet zusammen mit den weiteren Teilen die Reihe: Teil 2 für Estriche und Heizestriche auf Dämmschichten (schwimmende Estriche), Teil 3 für Verbundestriche, Teil 4 für Estriche auf Trennschicht und Teil 7 für hochbeanspruchbare Industrieestriche. Geplant wird mit Teil 1 und dem Bauart-Teil, bei hoher Beanspruchung auch mit Teil 7.
Ausgabe 2021-02
Die aktuelle Ausgabe DIN 18560-1:2021-02 ersetzt die Fassung 2015-11 und DIN 272:1986-02. Im Juli 2021 folgte eine Berichtigung. Laut Änderungsvermerk von DIN Media wurden der Text redaktionell überarbeitet, der Anwendungsbereich und die normativen Verweisungen aktualisiert sowie die Abschnitte 5, 6 und 7 überarbeitet.
Nenndicke und Feuchte
- Die Estrichnenndicke ist die mittlere Dicke und Grundlage der Planung. Einzelwerte dürfen sie laut DIN 18560-1 nur begrenzt unterschreiten, um höchstens 5 bzw. 10 mm (Angabe nach VDPM-Merkblatt Calciumsulfat-Fließestriche, 10/2022).
- Für Calciumsulfat-Fließestrich nennt das VDPM-Merkblatt nach DIN 18560-1 einen Feuchtegehalt von höchstens 0,5 CM-%, beheizt und unbeheizt, sofern der Hersteller nichts anderes angibt.
- Die Durchführung der CM-Messung ist in DIN 18560-1 für den Auftragnehmer der Estricharbeiten aufgeführt (laut TKB-Merkblatt 16). Seit 2025 gibt es dafür die europäische Prüfnorm EN 13892-10.
Praxishinweis
DIN 18560-1 richtet sich an Planer und Estrichleger. Laut TKB-Merkblatt 8 (2023) sind ihre CM-Grenzwerte ein Kriterium für die Abnahme des Estrichs und berücksichtigen nicht die Anforderungen der Beläge. Für beheizten Calciumsulfatestrich unter Bodenbelägen nennt das Merkblatt weiterhin höchstens 0,3 CM-%, obwohl DIN 18560-1 seit 2015 für beheizte Calciumsulfatestriche 0,5 CM-% festlegt. Für Boden- und Parkettleger in Deutschland gelten bei der Belegreife deshalb die Richtwerte der Fachverbände (etwa TKB-Merkblatt 16), in Österreich die ÖNORM B 5236. Herstellerangaben zu Estrich und Belag sind zusätzlich zu beachten.