Was EN 653 regelte
EN 653 war die europäische Produktnorm für geschäumte Polyvinylchlorid-Bodenbeläge, auch als Cushioned Vinyl bezeichnet. Sie legte fest, welche Mindestanforderungen an Rollware und Fliesen aus aufgeschäumtem PVC erfüllt sein mussten, damit das Material für bestimmte Nutzungsbereiche im Innenraum geeignet ist.
Geltungsbereich
Die Norm erfasste PVC-Bodenbeläge, bei denen mindestens eine Schicht des Aufbaus aus Schaumstoff besteht. Typisch sind Bodenbeläge mit einem geschäumten Kern oder einer geschäumten Rückseite (Back-Foam). EN 653 galt für Bahnenware und für konfektionierte Fliesen aus diesem Material.
Wesentliche Anforderungen
Geprüft wurden unter anderem die Maßhaltigkeit (Länge, Breite, Geradheit der Kanten), das Resteindruckverhalten nach statischer Belastung sowie die Biegsamkeit bei tiefen Temperaturen. Hinzu kamen Anforderungen an die Schichtdicke der Nutzschicht, die maßgeblich für die Verschleißfestigkeit verantwortlich ist. Auf Basis dieser Werte wurden Bodenbeläge in Nutzungsklassen eingeteilt, die den geeigneten Einsatzbereich – von Wohnräumen bis zu gewerblich genutzten Flächen – beschreiben.
Status und Nachfolger
EN 653 wurde zuletzt 2011 als DIN EN 653:2011-07 bzw. ÖNORM EN 653:2011 veröffentlicht. Im Jahr 2012 zog das Europäische Komitee für Normung (CEN) die Norm zurück und ersetzte sie durch EN ISO 26986:2012, eine harmonisierte internationale Norm mit identischem Regelungsgegenstand. Diese wiederum liegt seit Januar 2023 in überarbeiteter Fassung als DIN EN ISO 26986:2023-01 vor. Für aktuelle Ausschreibungen und Produktprüfungen ist ausschließlich EN ISO 26986 maßgeblich.
Wer ältere Unterlagen oder Produktspezifikationen auf EN 653 verweisen sieht, sollte prüfen, ob die Anforderungen mit denen der aktuellen EN ISO 26986 übereinstimmen – inhaltlich besteht weitgehende Kontinuität, da beide Normen dasselbe Produktsegment adressieren.