Was EN 425 regelte
EN 425 legte ein Prüfverfahren fest, mit dem Veränderungen in Aussehen und Festigkeit elastischer Bodenbeläge sowie Laminatböden – einschließlich Nahtverbindungen – unter der mechanischen Beanspruchung durch Stuhlrollen beurteilt wurden. Der Anwendungsbereich umfasste ausschließlich elastische Beläge wie PVC, Linoleum, Kautschuk und LVT sowie Laminatböden; textile Bodenbeläge waren nicht Gegenstand dieser Norm (dafür galt EN 985, ebenfalls zurückgezogen).
Hinweis: EN 425 wurde 2021 zurückgezogen. Die gültige Nachfolgenorm ist EN ISO 4918 (DIN EN ISO 4918:2021-06 / ÖNORM EN ISO 4918:2021-07-01). Für aktuelle Prüfungen und Ausschreibungen ist ausschließlich die Nachfolgenorm maßgeblich.
Prüfprinzip
Eine Belagsprobe – wahlweise mit Naht- oder Schweißnahtverbindung – wurde unter einer definierten Gesamtlast von 90 kg durch drei Stuhlrollen (Typ W mit elastischer Lauffläche) über vorgeschriebene Zyklen beansprucht. Die Rollen folgten dabei einem epizykloiden Bewegungsmuster auf einem Drehtisch, das typische Bewegungsabläufe eines sitzenden Benutzers mit Bürodrehstuhl nachbildet. Nach der Beanspruchung erfolgte eine visuelle Beurteilung auf Delaminierung, Rissbildung, Oberflächenveränderungen und Fugenschäden.
Geltungsbereich
EN 425 galt für alle elastischen Bodenbelagtypen in Roll- und Plattenform sowie für Laminatböden. Besonders relevant war die Norm für Büro-, Bildungs- und Verwaltungsgebäude, in denen Bürostühle mit Rollen dauerhaft auf dem Belag bewegt werden. Der Nachweis der Stuhlrolleneignung wird in Ausschreibungen häufig als Mindestanforderung gefordert.
Unterschiede zur Nachfolgenorm EN ISO 4918
- EN ISO 4918 erweitert den Anwendungsbereich um textile Bodenbeläge – das bisherige Parallelverfahren EN 985 wird damit in einer einzigen Norm zusammengeführt.
- Die Prüfparameter wurden auf Basis von ISO 4918:2016 inkl. Amendment 1:2018 aktualisiert.
- EN 425-Prüfzeugnisse behalten ihre Aussagekraft für den jeweiligen Belag, sollten aber bei Ausschreibungen auf ihre Aktualität geprüft werden.