Was EN 431 regelte
EN 431 war die europäische Prüfnorm für den Trennwiderstand mehrschichtiger elastischer Bodenbeläge. Das Verfahren maß die Kraft, die nötig ist, um zwei miteinander verbundene Schichten eines Belags voneinander zu lösen – also die Haftkraft zwischen Nutzschicht und Trägerschicht. Die Norm galt für alle mehrschichtigen elastischen Produkte, darunter PVC-Beläge, Linoleum, Kautschuk und vergleichbare Werkstoffe.
Geltungsbereich und Prüfprinzip
Homogene (einschichtige) Beläge waren von EN 431 ausdrücklich ausgenommen, da bei ihnen kein Schichtverbund existiert. Bei heterogenen Belägen wird ein Probekörper in eine Zugprüfmaschine eingespannt; die oberste Schicht wird unter einem definierten Winkel von der darunter liegenden Trägerschicht abgezogen. Die gemessene mittlere Trennkraft wird in Newton pro Zentimeter Breite angegeben.
Die Ergebnisse dieser Prüfung flossen direkt in die jeweiligen Produktnormen ein – etwa für PVC-Bahnenware oder für Linoleum – und dienten als Nachweis für eine dauerhaft stabile Schichthaftung.
Warum der Trennwiderstand wichtig ist
Ein ausreichend hoher Trennwiderstand ist entscheidend für die Gebrauchsdauer von Mehrschichtbelägen. Versagt die Verbindung zwischen Nutz- und Trägerschicht unter mechanischer Beanspruchung – beispielsweise durch Stuhlrollen oder Hubwagen –, kommt es zu Delamination und damit zu irreversiblen Schäden am Belag. EN 431 bot das normative Referenzverfahren, um im Rahmen der Qualitätssicherung oder bei Reklamationen zu klären, ob ein Materialfehler vorlag.
Status und Nachfolge
EN 431 wurde im Jahr 2012 zurückgezogen. Die Nachfolgenorm EN ISO 24345:2012 – in Deutschland als DIN EN ISO 24345:2012-04 eingeführt – übernimmt dasselbe Messprinzip und führt den Begriff „Schälwiderstand“ als einheitliche Bezeichnung. Für aktuelle Produktprüfungen und Normenverweise ist EN ISO 24345 maßgeblich; EN 431 darf nicht mehr als Prüfgrundlage herangezogen werden.