Was EN 13892-3 regelt
EN 13892-3 beschreibt das Prüfverfahren zur Bestimmung des Verschleißwiderstandes von Estrichmörteln und Estrichmassen nach dem Böhme-Schleifverfahren. Der Probekörper wird auf einer rotierenden Schleifscheibe unter definierter Last mit genormtem Schleifmittel (Korund) beansprucht. Das Ergebnis wird als Volumenverlust in cm³/50 cm² angegeben.
Die Norm gilt primär für Zementestrichmörtel – insbesondere für Hartstoffestrichmörtel – sowie optional für andere mineralisch gebundene Estricharten (Calciumsulfat-, Magnesiaestrich). Nicht geeignet ist das Verfahren für Kunstharzestriche. Probekörper können sowohl aus geformten Laborproben als auch aus eingebautem Estrich entnommen (herausgeschnitten) werden.
Wesentliche Prüfparameter
- Probekörper: quadratische Proben mit einer Prüffläche von 50 cm² (ca. 71 × 71 mm)
- Schleifmittel: Normkorund (weißer Korund F80), Menge je Prüfzyklus definiert
- Belastung: 294 ± 3 N (entspricht ca. 30 kg)
- 16 Schleifzyklen à 22 Umdrehungen der Schleifscheibe
- Nach jeweils 4 Zyklen wird der Probekörper um 90° gedreht
Ergebnis und Verschleißklassen
Der Verschleißwiderstand wird als Volumenverlust in cm³/50 cm² angegeben. Je niedriger der Wert, desto höher die Abriebfestigkeit. Die Klassenzuordnung nach EN 13813 lautet:
| Klasse | Max. Volumenverlust (cm³/50 cm²) |
|---|---|
| A 1,5 | ≤ 1,5 |
| A 3 | ≤ 3 |
| A 6 | ≤ 6 |
| A 9 | ≤ 9 |
| A 12 | ≤ 12 |
| A 15 | ≤ 15 |
| A 22 | ≤ 22 |
Praxishinweis
Für Bodenleger ist das Böhme-Ergebnis vor allem bei Nutzestrich ohne Belag relevant – aber auch bei der Beurteilung des Untergrundes vor der Belagverlegung. Ein Estrich mit hohem Abriebwert (z. B. Klasse A 22) kann bei mechanischer Belastung unter dem Belag sandend versagen, was zu Hohllagen und Ablösungen führt. Die Verschleißklasse muss daher mit der späteren Nutzung abgestimmt sein. Die aktuelle Ausgabe nach EN 13892-3 gilt seit März 2015 und ersetzt die Fassung von 2004.