Was diese Norm regelt
Die Normenreihe DIN 18534 (aktuelle Ausgabe: Oktober 2025, Teile 1–6) definiert Anforderungen an Planung, Ausführung und Instandhaltung von Abdichtungen in Innenräumen, deren Böden und Wände durch Wasser beansprucht werden. Die Norm gilt für Flächen mit einer maximalen Wasseranstauhöhe von 10 cm. Typische Anwendungsbereiche sind Bäder, Duschanlagen, gewerbliche Küchen sowie Produktions- und Gewerbeflächen mit Ablauf.
Nicht erfasst sind Abdichtungen erdberührter Bauteile, Dächer oder Behälter und Becken – diese sind in eigenen Normenreihen geregelt (z. B. DIN 18533, DIN 18531, DIN 18535).
Aufbau der Normenreihe (Ausgabe 2025-10)
- Teil 1: Anforderungen, Planungs- und Ausführungsgrundsätze (Basisnorm, gilt immer in Kombination mit den Folge-Teilen)
- Teil 2: Abdichtung mit bahnenförmigen Abdichtungsstoffen
- Teil 3: Abdichtung mit flüssig zu verarbeitenden Abdichtungsstoffen im Verbund mit Fliesen und Platten (AIV-F) – für das Fliesen- und Plattengewerk besonders praxisrelevant
- Teil 4: Abdichtung mit Gussasphalt oder Asphaltmastix
- Teil 5: Abdichtung mit bahnenförmigen Abdichtungsstoffen im Verbund mit Fliesen und Platten (AIV-B)
- Teil 6: Abdichtung mit plattenförmigen Abdichtungsstoffen im Verbund mit Fliesen und Platten (AIV-P)
Wesentliche Anforderungen
Wassereinwirkungsklassen
Ein zentrales Element der Norm ist die Einteilung in vier Wassereinwirkungsklassen, die den erforderlichen Abdichtungsaufwand bestimmen:
| Klasse | Einwirkung | Typische Anwendung |
|---|---|---|
| W0-I | Gering | Häusliche Bäder mit Badewanne, kein direktes Bodenwasser |
| W1-I | Mäßig | Häusliche Bäder mit bodengleicher Dusche |
| W2-I | Hoch | Öffentliche Duschen, gewerbliche Küchen |
| W3-I | Sehr hoch | Gewerbliche Nassräume mit dauerhafter oder aufstauender Wassereinwirkung |
Rissklassen
Neben den Wassereinwirkungsklassen definiert die Norm drei Rissklassen (R0-I bis R2-I) für Untergründe. Die gewählten Abdichtungsstoffe müssen die zu erwartende Rissbreitenänderung des Untergrunds überbrücken können. Im üblichen Innenbereich ist in der Regel von Rissklasse R1-I (bis ca. 0,2 mm) auszugehen.
Anforderungen an die Ausführung
- Mindesttrockenschichtdicken für AIV-F (Teil 3) je nach Stoffart: Polymerdispersionen ≥ 0,5 mm, Reaktionsharze ≥ 1,0 mm, rissüberbrückende mineralische Dichtungsschlämmen ≥ 2,0 mm.
- Flüssige Abdichtungsstoffe (AIV-F) sind grundsätzlich in mindestens zwei Lagen aufzutragen.
- An- und Abschlüsse, Durchdringungen, Ecken und Fugen erfordern spezielle Detaillösungen (z. B. Dichtbänder, Dichtmanschetten), die im System geprüft sein müssen.
- Für alle Abdichtungsstoffe ist ein Systemprüfnachweis (abP oder ETA) erforderlich – auch im privaten Bereich.
- Die Abdichtung mit Gussasphalt oder Asphaltmastix (Teil 4) ist nur auf Untergründen aus Beton oder Zementestrich zulässig.
Verhältnis zur alten DIN 18195
Die DIN 18534 löst die Innenraum-Abdichtungsregelungen aus der früheren DIN 18195 (Teile 1–3, 5 sowie 7–10) ab und überführt diese in eine eigenständige, bauteilbezogene Normenreihe. Erstmals erhalten flüssig zu verarbeitende Verbundabdichtungen (AIV-F) damit den Status einer vollwertigen Normabdichtung.