Abdichtung von Innenräumen
Stand: 03.08.2026 · portal.reschfloor.com
Die Normenreihe DIN 18534 (aktuelle Ausgabe: Oktober 2025, Teile 1–6) definiert Anforderungen an Planung, Ausführung und Instandhaltung von Abdichtungen in Innenräumen, deren Böden und Wände durch Wasser beansprucht werden. Die Norm gilt für Flächen mit einer maximalen Wasseranstauhöhe von 10 cm. Typische Anwendungsbereiche sind Bäder, Duschanlagen, gewerbliche Küchen sowie Produktions- und Gewerbeflächen mit Ablauf.
Nicht erfasst sind Abdichtungen erdberührter Bauteile, Dächer oder Behälter und Becken – diese sind in eigenen Normenreihen geregelt (z. B. DIN 18533, DIN 18531, DIN 18535).
Ein zentrales Element der Norm ist die Einteilung in vier Wassereinwirkungsklassen, die den erforderlichen Abdichtungsaufwand bestimmen:
| Klasse | Einwirkung | Typische Anwendung |
|---|---|---|
| W0-I | Gering | Häusliche Bäder mit Badewanne, kein direktes Bodenwasser |
| W1-I | Mäßig | Häusliche Bäder mit bodengleicher Dusche |
| W2-I | Hoch | Öffentliche Duschen, gewerbliche Küchen |
| W3-I | Sehr hoch | Gewerbliche Nassräume mit dauerhafter oder aufstauender Wassereinwirkung |
Neben den Wassereinwirkungsklassen definiert die Norm drei Rissklassen (R0-I bis R2-I) für Untergründe. Die gewählten Abdichtungsstoffe müssen die zu erwartende Rissbreitenänderung des Untergrunds überbrücken können. Im üblichen Innenbereich ist in der Regel von Rissklasse R1-I (bis ca. 0,2 mm) auszugehen.
Die DIN 18534 löst die Innenraum-Abdichtungsregelungen aus der früheren DIN 18195 (Teile 1–3, 5 sowie 7–10) ab und überführt diese in eine eigenständige, bauteilbezogene Normenreihe. Erstmals erhalten flüssig zu verarbeitende Verbundabdichtungen (AIV-F) damit den Status einer vollwertigen Normabdichtung.