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Brandschutz-Normen für Bodenbeläge

Für Bodenbeläge gilt die europäische Klassifizierung nach EN 13501-1: von A1fl (nicht brennbar) bis Ffl, ergänzt um die Rauchentwicklung s1 und s2. In Fluchtwegen und öffentlichen Gebäuden wird häufig mindestens Bfl-s1 gefordert.

Unten stehen alle Normen zu Brandverhalten und Brandprüfung von Bodenbelägen – mit kompakten Erklärungen, was die Klassen bedeuten und wo sie gefordert werden. Aktuell umfasst dieses Thema 11 Normen.

≈ ÖNORM EN 13501-1, DIN EN 13501-1

EN 13501-1

Klassifizierung von Bauprodukten und Bauarten zu ihrem Brandverhalten – Teil 1: Klassifizierung mit den Ergebnissen aus den Prüfungen zum Brandverhalten von Bauprodukten

Klassifiziert Bauprodukte einschließlich Bodenbeläge nach ihrem Brandverhalten in europaweit einheitliche Euroklassen.

≈ ÖNORM EN 14041:2018, DIN EN 14041:2018, SN EN 14041:2018

EN 14041

Elastische, textile, Laminat- und modulare mehrschichtige Bodenbeläge – Wesentliche Merkmale

EU-Produktnorm für elastische, textile und Laminat-Bodenbeläge. Definiert Merkmale wie Brandverhalten und Rutschhemmung als Basis für CE-Kennzeichnung.

≈ ÖNORM EN ISO 20326; DIN EN ISO 20326

EN 14085

Elastische Bodenbeläge – Spezifikation für Fußbodenpaneele für lose Verlegung

EN 14085 legte Maß-, Form- und Leistungsanforderungen an elastische Bodenbelagsplatten zur losen Verlegung fest und wurde durch EN ISO 20326 abgelöst.

≈ DIN EN 14904; ÖNORM EN 14904

EN 14904:2006

Sportböden – Sportböden für Hallen und Räume mehrfunktionaler Sportnutzung und Mehrzwecknutzung – Anforderungen

Europäische Norm für Mehrzweck-Sporthallenböden: regelt Leistungsanforderungen, Prüfverfahren und Elastizitätstypen für fertig verlegte Sportbodensysteme.

≈ ÖNORM EN 16776; DIN EN 16776

EN 16776

Elastische Bodenbeläge – Heterogene Polyurethan-Bodenbeläge – Spezifikation

Anforderungen und Prüfverfahren für vorgefertigte heterogene Polyurethan-Bodenbeläge mit duroplastischen Eigenschaften – als Rolle, Diele oder Platte.

≈ DIN EN ISO 1182:2020-11; ÖNORM EN ISO 1182

EN ISO 1182

Prüfungen zum Brandverhalten von Produkten – Nichtbrennbarkeitsprüfung (ISO 1182:2020)

Ofenprüfverfahren zur Beurteilung der Nichtbrennbarkeit von Bauprodukten (750 °C). Grundlage für Euroklassen A1fl/A2fl nach EN 13501-1.

≈ DIN EN ISO 11925-2:2020-07; ÖNORM EN ISO 11925-2:2020

EN ISO 11925-2

Prüfungen zum Brandverhalten – Entzündbarkeit von Produkten bei direkter Flammeneinwirkung – Teil 2: Einzelflammentest

EN ISO 11925-2 beschreibt den Einzelflammentest zur Bestimmung der Entzündbarkeit von Bauprodukten und Bodenbelägen bei direkter Beflammung.

≈ ÖNORM EN ISO 24011; DIN EN ISO 24011

EN ISO 24011

Elastische Bodenbeläge – Spezifikation für Linoleum mit und ohne Muster (ISO 24011:2009)

Spezifikation für Linoleum-Bodenbeläge (Bahnen und Fliesen): Klassifizierung nach Nutzungsklasse, Maßtoleranzen, Resteindruckverhalten und Brandklasse.

≈ DIN EN ISO 9239-1, ÖNORM EN ISO 9239-1, SN EN ISO 9239-1

EN ISO 9239-1

Prüfungen zum Brandverhalten von Bodenbelägen – Teil 1: Bestimmung des Brandverhaltens bei Beanspruchung mit einem Wärmestrahler

Legt das Prüfverfahren zur Bestimmung der kritischen Wärmestrahlung (CHF) von horizontal angeordneten Bodenbelägen bei Flammenbeanspruchung fest.

≈ DACH-Äquivalent entfernen oder ersetzen durch: 'Kein direktes Äquivalent (DE: Regelung über MVV TB / VV TB der Bundesländer in Verbindung mit DIN EN 13501-1)'

ÖNORM B 3806

Anforderungen an das Brandverhalten von Bauprodukten (Baustoffen) für Lüftungsschächte und Lüftungskanäle, Gebäudeabschlussfugen, Doppelböden

ÖNORM B 3806 regelte Brandverhaltensanforderungen für Doppelböden, Lüftungsschächte und Gebäudeabschlussfugen in Österreich.

ÖNORM B 6000

Werkmäßig hergestellte Dämmstoffe für den Wärme- und/oder Schallschutz im Hochbau – Produktarten, Leistungsanforderungen und Verwendungsbestimmungen

ÖNORM B 6000 legt Produktarten, Leistungsanforderungen und Verwendungsbestimmungen für werkmäßig hergestellte Dämmstoffe im Hochbau fest.

Die Brandklassen für Bodenbeläge

Klasse Bedeutung
A1fl / A2fl Kein bzw. praktisch kein Beitrag zum Brand – mineralische und keramische Beläge.
Bfl / Cfl Schwer entflammbare Beläge mit begrenztem Beitrag zum Brand – übliche Anforderung in sensiblen Bereichen.
Dfl / Efl Normal entflammbare Beläge für Bereiche ohne erhöhte Anforderungen.
Ffl Keine Leistung festgestellt – ohne Nachweis nicht für anforderungspflichtige Bereiche.

Die Zusatzklasse s1 oder s2 bewertet die Rauchentwicklung – s1 steht für geringe Rauchentwicklung und wird in Fluchtwegen üblicherweise mitgefordert.

In älteren Ausschreibungen steht oft noch „B1 – schwer entflammbar" nach DIN 4102 – gemeint ist heute in der Regel die europäische Klasse Bfl-s1 oder Cfl-s1.

Woher die Anforderungen kommen

Welche Klasse gefordert ist, ergibt sich aus dem Baurecht – in Österreich vor allem den OIB-Richtlinien – und dem Brandschutzkonzept des Gebäudes; häufig mindestens Bfl-s1 in Fluchtwegen und Stiegenhäusern.

Die Klassifizierung gilt für die geprüfte Einbausituation: Verlegeart und Untergrund können das Ergebnis beeinflussen. Maßgeblich sind Leistungserklärung und Klassifizierungsbericht des Produkts.

Häufige Fragen zu Brandschutz

Was bedeutet Bfl-s1?

Bfl-s1 bezeichnet einen schwer entflammbaren Bodenbelag (Klasse Bfl) mit geringer Rauchentwicklung (s1) nach EN 13501-1 – die in Fluchtwegen und öffentlichen Gebäuden am häufigsten geforderte Kombination.

Wo ist Bfl-s1 vorgeschrieben?

Typisch in Fluchtwegen, Stiegenhäusern und vielen öffentlichen oder gewerblichen Gebäuden. Verbindlich sind das Baurecht – in Österreich die OIB-Richtlinien – und das Brandschutzkonzept des jeweiligen Projekts.

Gilt die Brandklasse unabhängig von der Verlegung?

Nein. Die Klassifizierung gilt für die geprüfte Einbausituation – etwa vollflächig geklebt auf mineralischem Untergrund. Lose Verlegung oder andere Unterlagen können die Klasse verändern; im Zweifel zählt der Klassifizierungsbericht.

Rechtlicher Hinweis: Diese Zusammenfassungen dienen ausschließlich der Information und ersetzen nicht den Originalwortlaut der jeweiligen Norm. Maßgeblich für die Bauausführung ist stets das Original, erhältlich beim zuständigen Normungsinstitut.

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