Was ÖNORM B 3806 regelte
Die ÖNORM B 3806 legte die brandschutztechnischen Anforderungen an ausgewählte Bauprodukte und Baustoffe fest, die in bestimmten Konstruktionen österreichischer Bauwerke eingesetzt werden. Im Mittelpunkt standen drei Produktgruppen: Lüftungsschächte und Lüftungskanäle, Gebäudeabschlussfugen sowie — besonders relevant für den Bodenbelagsbereich — Doppelböden.
Die Norm verknüpfte die europäische Klassifizierung nach ÖNORM EN 13501-1 (Euroklassen A1 bis F) mit nationalen Anforderungsstufen und schrieb vor, welche Mindest-Brandverhaltensklassen für die jeweiligen Anwendungsfälle gelten. Doppelböden mussten je nach Gebäudenutzung und Fluchtwegskonzept nachweislich einer bestimmten Euroklasse entsprechen.
Geltungsbereich und Relevanz für Doppelböden
Doppelböden werden vor allem in Büro- und Verwaltungsgebäuden, Rechenzentren und Laborbauten eingesetzt. Durch die Hohlraumstruktur gelten sie brandschutztechnisch als kritisch, da Feuer und Rauch sich unsichtbar ausbreiten können. Die Norm verpflichtete Planer und Verarbeiter, die Brandverhaltensklassifizierung des gesamten Systems — Träger, Platten und Oberbelag — zu dokumentieren und nachzuweisen.
Grundlage der Prüfung und Klassifizierung bildete stets ÖNORM EN 13501-1. Die nationale Norm ergänzte diese um anwendungsbezogene Anforderungsstufen, die sich aus OIB-Richtlinie 2 (Brandschutz) ergaben.
Status und Nachfolge
Die ÖNORM B 3806 wurde in ihrer letzten Ausgabe vom Oktober 2012 veröffentlicht und ist inzwischen zurückgezogen. Ein offizieller direkter Nachfolger wurde bis Juni 2026 nicht veröffentlicht. Für die Praxis bedeutet dies, dass Brandschutznachweise für Doppelböden heute unmittelbar auf Basis der ÖNORM EN 13501-1 und der jeweils gültigen OIB-Richtlinien geführt werden.