Was ÖNORM DIN 18202 regelt
Die Norm legt Grundsätze für Toleranzen im Hochbau und deren Prüfung fest. Sie gilt für Bauwerke und Bauteile unabhängig vom Baustoff und umfasst Toleranzen für Maße, Winkel, Ebenheit und Flucht. Verformungen, die zeit- oder lastabhängig entstehen, sind nicht erfasst.
Ausgabe
In Österreich gilt ÖNORM DIN 18202:2022-03-15. Sie ist inhaltsgleich mit DIN 18202:2019-07 und ersetzt nachträglich die ÖNORM DIN 18202:2013-12, die im November 2019 zurückgezogen wurde. Gegenüber 2013 wurden das Boxprinzip, die Fugen an Fügestellen und die Messpunkte überarbeitet; die Zahlenwerte der Grenzwerte blieben unverändert.
Ebenheit des Untergrunds
Für Bodenleger ist vor allem die Tabelle der Grenzwerte für Ebenheitsabweichungen wichtig. Gemessen wird mit Richtlatte und Messkeil; das zulässige Stichmaß hängt vom Abstand der Messpunkte ab. Die folgenden Werte gibt der Fachverband FEB wieder. Das FCIÖ-Merkblatt 8 nennt für Unterböden Zeile 3 und für erhöhte Anforderungen Zeile 4.
| Stichmaß in mm bei Messpunktabstand | 0,1 m | 1 m | 4 m | 10 m | 15 m |
|---|---|---|---|---|---|
| Zeile 3: flächenfertige Böden, etwa Estriche zur Aufnahme von Bodenbelägen | 2 | 4 | 10 | 12 | 15 |
| Zeile 4: wie Zeile 3, mit erhöhten Anforderungen | 1 | 3 | 9 | 12 | 15 |
Praxishinweis
„4 mm auf 1 m“ ist kein Gefälle, sondern das zulässige Stichmaß bei 1 m Messpunktabstand. Eingehaltene Toleranzen bedeuten nicht automatisch, dass der Untergrund für jeden Belag eben genug ist: Für Design- und Multilayerbeläge hält das FCIÖ-Merkblatt 15 Anforderungen über Zeile 4 hinaus für möglich und nennt Mindestspachtelstärken. Kellenschläge oder Schmutzeinschlüsse sind laut FEB optische Mängel und keine Ebenheitsabweichung im Sinn der Norm.