Was ÖNORM B 6000 regelt
Die österreichische Norm klassifiziert werkmäßig hergestellte Dämmstoffe, die für den Wärme- und Schallschutz im Hochbau eingesetzt werden und für die harmonisierte europäische Produktnormen (hEN) vorliegen. Sie legt fest, welche Produktarten unter welchen Bedingungen in Österreich verwendet werden dürfen, und verknüpft die europäischen Leistungsklassen mit konkreten Anforderungsniveaus für die jeweilige Anwendung.
Relevanz für den Bodenaufbau
Für den Boden- und Estrichbereich ist die Norm besonders bedeutsam: Trittschalldämmstoffe unter schwimmendem Estrich, Wärmedämmstoffe auf der Rohdecke sowie Perimeterdämmung unter Bodenplatten fallen in den Anwendungsbereich. Die Norm benennt Anforderungen an Druckfestigkeit, Wärmeleitfähigkeit (λ-Wert) und Brandverhalten, die im Bodenaufbau einzuhalten sind.
Produktkategorien mit Bodenbezug
- Mineralwolle (MW) – Trittschall- und Wärmedämmplatten
- Expandiertes Polystyrol (EPS) – Unterlagsplatten für Estrich
- Extrudiertes Polystyrol (XPS) – Perimeter- und Kellerbodendämmung
- Schaumglas (CG) – druckfeste Platten unter Bodenplatten
- Phenolharzschaum (PF) und weitere Hochleistungsdämmstoffe
Nicht erfasst werden in-situ hergestellte Dämmstoffe (z. B. Einblasdämmung) sowie Produkte für technische Gebäudeausrüstung oder Industrieanlagen.
Ausgabe 2026 und Gültigkeit
Die aktuelle Ausgabe 2026-01-01 löste die Vorgängerversion vom Juni 2023 ab. Planer und Ausführende sollten bei Ausschreibungen und Nachweisführung stets auf die jeweils gültige Ausgabe verweisen. Verwandte österreichische Normen sind ÖNORM B 6001 (Wärmedämmstoffe – Anwendung im Bauwesen) und ÖNORM B 6400 (Wärmedämmverbundsysteme).