Was EN ISO 24343-1 regelt
Böden aus elastischen Materialien – PVC-Bahnen, LVT-Platten (Dryback, Click, Loose Lay), Linoleum, Kautschuk – sowie Laminatbeläge verformen sich unter dauerhafter Punktlast. Die Norm beschreibt, wie stark sich ein Belag nach dem Entfernen der Last dauerhaft eindrückt und wie gut er sich erholt. EN ISO 24343-1 ist die europäische Übernahme von ISO 24343-1:2007, erschienen als EN ISO 24343-1:2012, und löste die frühere EN 433 ab.
Prüfprinzip und Versuchsparameter
Ein zylindrischer Stahlstempel mit rund 100 mm² Auflagefläche wird mit 500 N Prüfkraft über 150 Minuten auf den klimatisierten Probenkörper (23 °C, 50 % r. F.) gepresst. Nach Entlastung wartet man weitere 150 Minuten und misst die verbleibende Eindrucktiefe – den Resteindruck – in Millimetern. Mindestens drei Probenkörper werden geprüft und der Mittelwert berechnet.
Geltungsbereich
Die Methode gilt für alle gängigen elastischen Beläge: homogene und heterogene PVC-Produkte, LVT, Linoleum, Kautschuk sowie Laminatbeläge. Textile Bodenbeläge und mineralische Systeme liegen außerhalb des Geltungsbereichs.
Grenzwerte und Praxisbezug
Die Norm legt das Messverfahren fest, nicht die zulässigen Grenzwerte – diese stehen in den jeweiligen Produktnormen (z. B. EN ISO 10581, EN ISO 10582). Ein niedriger Resteindruck signalisiert gute Rückstellfähigkeit und ist besonders relevant für Büros mit Rollstühlen, Schwerlastregale oder Krankenhausbereiche. Praxisfehler: Datenblatt-Werte aus unterschiedlichen Prüfmethoden sind nicht vergleichbar – deshalb immer prüfen, ob der Wert tatsächlich nach dieser Norm ermittelt wurde.