Was EN ISO 24342 regelt
EN ISO 24342 legt Prüfverfahren fest, mit denen Kantenlänge, Rechtwinkligkeit und Geradheit von elastischen und textilen Bodenbelägen in Fliesen- und Dielenform gemessen werden. Die Norm gilt für alle gängigen elastischen Belagstypen – darunter PVC, Linoleum, Kautschuk und LVT – sowohl als Fliesen und Planken. Laminatböden fallen ausdrücklich nicht in den Anwendungsbereich.
Die Methodik definiert keine Grenzwerte selbst, sondern stellt das Messverfahren bereit. Zulässige Toleranzen werden in den jeweiligen Produktnormen festgelegt, etwa in EN ISO 10581 und EN ISO 10582 für PVC-Beläge.
Geprüfte Eigenschaften
| Eigenschaft | Beschreibung |
|---|---|
| Kantenlänge | Abweichung der tatsächlichen Seitenlänge vom Nennmaß in mm |
| Rechtwinkligkeit | Abweichung der Ecken vom rechten Winkel; Messung über Diagonalendifferenz |
| Geradheit | Abweichung der Kante von einer geraden Bezugslinie; Messung mit Lineal und Fühlerlehre |
Prüfbedingungen und Ausgabe 2024
Prüfkörper müssen vor der Messung unter genormten Klimabedingungen konditioniert werden (typisch 23 °C ± 2 °C, 50 % ± 5 % rel. Feuchte). Messungen erfolgen auf einer ebenen Referenzfläche mit kalibrierten Messmitteln. Mit EN ISO 24342 in der Ausgabe 2024 (DIN EN ISO 24342:2024-10) wurde der Geltungsbereich gegenüber dem Vorgänger von 2018 explizit auf Planken erweitert, was dem verbreiteten Einsatz von LVT-Klickplanken Rechnung trägt.
Praxishinweis
Maßabweichungen bei LVT-Planken und -Fliesen zählen zu den häufigsten Reklamationsursachen. Bei Click-Verbindungen führen bereits geringe Abweichungen in Länge oder Rechtwinkligkeit zu sichtbaren Fugenversätzen. Eine stichprobenartige Eingangskontrolle – vor allem bei größeren Chargen oder wechselnden Lieferungen – liefert belastbare Messwerte für die Reklamationsbearbeitung. Ohne dokumentierte Prüfung nach dieser Norm ist eine technische Mängelbeurteilung gegenüber dem Lieferanten schwieriger durchzusetzen.