Was EN ISO 10140-3 regelt
EN ISO 10140-3 legt das standardisierte Laborverfahren zur Messung der Trittschalldämmung von Deckenkonstruktionen fest. Die Norm gilt für alle Deckentypen – Massiv- und Leichtbau – mit und ohne Bodenbelag sowie für Deckenauflagen wie schwimmende Estriche und weiche Gehbeläge. Die aktuelle Ausgabe EN ISO 10140-3:2021 ersetzt die Fassung von 2015.
Für Feldmessungen an fertigen Bauwerken gilt die separate Norm EN ISO 16283-2 – die hier beschriebene Prüfung ist ausschließlich eine Labormethode mit unterdrückter Flankenübertragung.
Messprinzip und Prüfaufbau
Die Anregung der Decke erfolgt durch ein Norm-Hammerwerk: fünf Stahlhämmer à 500 g fallen aus 40 mm Höhe im 100-ms-Abstand auf die Oberfläche. Im Empfangsraum wird der Schalldruckpegel in Terzbändern von 100 Hz bis 5.000 Hz erfasst; ein erweiterter Bereich ab 50 Hz ist möglich. Für tieffrequente Quellen – barfüßiges Gehen, springende Kinder – kann alternativ eine schwere oder weiche Trittschallquelle eingesetzt werden.
Kennwerte für Bodenbeläge
Aus den Messergebnissen werden folgende Einzahlwerte abgeleitet:
- Ln,w: bewerteter Norm-Trittschallpegel des Gesamtaufbaus
- ΔLw: Trittschallminderung des Bodenbelags gegenüber der Referenzdecke
- ΔL(f): frequenzabhängige Minderung in Terzbändern
Für die Ermittlung von ΔLw wird der Belag auf einer genormten Massivdecke (140 mm Stahlbeton, ca. 336 kg/m²) geprüft. Das Ergebnis ist ein produktspezifischer Laborwert, der nicht direkt auf andere Deckenkonstruktionen übertragbar ist – er dient als reproduzierbarer Vergleichswert zwischen Produkten.
Praxisbedeutung
Die nach EN ISO 10140-3 ermittelten Werte bilden die messtechnische Grundlage für Angaben in Produktdatenblättern, Leistungserklärungen nach EU-Bauproduktenverordnung und Ausschreibungstexten. Planer und Verarbeiter nutzen den ΔLw-Wert, um Bodenbeläge und Trittschalldämmplatten zu vergleichen und schalltechnische Anforderungen gemäß EN ISO 717-2 zu erfüllen.