Was EN 686 regelt
EN 686 ist die Produktnorm für Linoleum-Bodenbeläge mit Schaumrücken. Sie gilt für ungemusterte und gemusterte Ausführungen, die als Verbundbelag in Rollenform geliefert werden. Das Trägermaterial ist dabei ein polymerer Schaum – nicht zu verwechseln mit dem Korkmentrücken nach EN 687 oder reinem Korklinoleum nach EN 688.
Geltungsbereich
Die Norm gilt ausschließlich für Linoleum im technischen Sinne: einen Belag auf Basis von oxidiertem Leinöl, Korkmehl, Harzen und Füllstoffen auf einem Schaumträger. Der Begriff Linoleum wird im Handel häufig fälschlicherweise für PVC-Beläge oder Kautschukböden verwendet – EN 686 betrifft diese Materialien ausdrücklich nicht.
Anforderungen und Nutzungsklassen
Sie greift für die Nutzungsklassifizierung auf EN ISO 10874 zurück. Danach werden Beläge nach Beanspruchungsintensität in häusliche und gewerbliche Klassen eingeteilt, sodass Planer und Verarbeiter geeignete Produkte für ihr Einsatzgebiet auswählen können. Die Norm legt Mindestanforderungen an Gesamtdicke und Nutzschichtdicke je Klasse fest.
Weitere geprüfte Eigenschaften sind unter anderem Maßhaltigkeit (Länge, Breite, Rechtwinkligkeit), Restkerbtiefe sowie Maßänderungen durch Feuchtigkeit und Wärme. Die Prüfverfahren sind in EN ISO 24341 (Rollenmaße) und EN ISO 24346 (Dicke) sowie weiteren EN-ISO-Prüfnormen geregelt.
Abgrenzung zu verwandten Normen
Die Norm ist Teil einer Normengruppe für Linoleum-Varianten: EN 687 regelt Linoleum mit Korkmentrücken, EN 688 Korklinoleum, EN 689 Linoleum ohne Rücken (homogen). Für die Nutzungsklassifizierung aller elastischen Bodenbeläge gilt ergänzend EN ISO 10874.
Aktuelle Ausgabe
Die gültige Fassung EN 686:2019 hat die Vorgängerversion von 2011 abgelöst. Die Änderungen gegenüber 2011 betrafen im Wesentlichen aktualisierte Normverweise und redaktionelle Anpassungen. In Deutschland und Österreich ist sie als DIN EN 686:2019-08 bzw. ÖNORM EN 686 umgesetzt.