Was EN ISO 24346 regelt
Die Norm legt ein standardisiertes Verfahren zur Messung der Gesamtdicke elastischer Bodenbeläge fest. Darunter fallen Beläge aus PVC, Linoleum, Kautschuk und verwandten Materialien. Als Gesamtdicke gilt der senkrechte Abstand zwischen zwei parallelen Platten, zwischen denen der Belag unter einer festgelegten Prüflast eingespannt wird. EN ISO 24346 löst damit die ältere EN 428 ab und bringt das Verfahren auf den aktuellen ISO-Stand.
Geltungsbereich
EN ISO 24346 gilt ausschließlich für elastische Bodenbeläge — nicht für textile Beläge oder Laminat. Klassifizierung und Produktbezeichnung sind nicht Gegenstand dieser Norm. Für Nutzungsklassen gilt ISO 10874, für Schichtdicken einzelner Lagen ISO 24340.
Prüfprinzip und Probenentnahme
Der Prüfkörper liegt zwischen einer festen Unterplatte und einer kreisförmigen Deckplatte. Der Anpressdruck richtet sich nach der Belagsart. Die Dicke wird auf 0,01 mm genau erfasst. Für Bahnenware entnimmt man zwei Proben von den Rollenenden über die volle Breite, für Fliesen je fünf Stücke pro Karton (50 mm × 100 mm, erste und letzte Fliese ausgenommen). Vor der Messung konditionieren die Proben mindestens 24 Stunden bei 23 °C ± 2 °C und 50 ± 5 % relativer Luftfeuchte. Alle Messpunkte liegen mindestens 20 mm vom Rand; das Ergebnis ist der Mittelwert auf 0,01 mm.
Bedeutung in der Praxis
Die nach EN ISO 24346 ermittelte Gesamtdicke ist ein Pflichtmerkmal in Produktdatenblättern und Ausschreibungstexten. Sie bestimmt die Untergrundtoleranz, notwendige Anschlusshöhen an Türen und Übergängen sowie die Eignung für Fußbodenheizungen. Bodenleger können Herstellerangaben anhand dieser Prüfmethode einordnen und Maßabweichungen sachlich reklamieren.