Was DIN V 18032-2 regelt
DIN V 18032-2 ist eine deutsche Vornorm (Ausgabe 2001-04), die sportfunktionelle und technische Anforderungen an Sportböden in Hallen für Turnen, Spiele und Mehrzwecknutzung festlegt. Sie beschreibt, welche Eigenschaften ein fest eingebauter Sportboden erfüllen muss, und gibt die Prüfverfahren vor, mit denen diese Eigenschaften nachgewiesen werden. Mobile oder temporäre Bodenaufbauten fallen nicht in den Anwendungsbereich.
Sportfunktionelle Kernanforderungen
Für alle Sporthallensportböden nach DIN V 18032-2 gelten verbindliche Mindestwerte in mehreren Prüfkategorien:
| Eigenschaft | Anforderung |
|---|---|
| Kraftabbau | ≥ 53 % gegenüber starrem Untergrund |
| Standardverformung | ≥ 2,3 mm vertikal am Lastpunkt |
| Ballreflexion (Basketball) | ≥ 90 % bezogen auf Referenzboden |
| Gleitreibungskoeffizient | 0,4 – 0,6 |
| Rollwiderstand (Mehrzweck) | ≤ 300 N |
Vier Bodentypen nach Verformungsverhalten
DIN V 18032-2 unterscheidet Sportböden anhand ihres elastischen Verhaltens unter Last in vier Kategorien:
- Flächenelastisch: Die Verformung verteilt sich großflächig; geringe Punktverformung direkt am Lastangriff
- Punktelastisch: Lokale Nachgiebigkeit nur am Belastungspunkt – typisch bei Belägen auf harter, steifer Unterkonstruktion
- Mischelastisch: Kombination aus großflächiger und lokaler Verformung
- Kombiniertelastisch: Punktelastischer Belag auf flächenelastischer Unterkonstruktion – vereint die Vorteile beider Prinzipien
Das Verformungsmuldenprofil (Messung bei 500 mm Abstand vom Lastpunkt, W500) ist je nach Bodentyp unterschiedlich bewertet und maßgeblich für Sportlerschutz und Spieleigenschaften.
Weitere Prüfanforderungen
- Eindruckverhalten unter statischer und dynamischer Dauerlast
- Gleichmäßigkeit der Eigenschaften über die gesamte Nutzfläche
- Ebenheit der Bodenoberfläche
- Brandverhalten: mindestens Klasse Cfl-s1 nach EN 13501-1
Verhältnis zu DIN EN 14904
Die europäische Parallelentwicklung DIN EN 14904 (2006-06) behandelt das gleiche Thema, ist jedoch in Deutschland nicht vollständig harmonisiert und war zeitweise ausgesetzt. Für Ausschreibungen in Deutschland gilt DIN V 18032-2 weiterhin als maßgebliche Vornorm, insbesondere bei Anforderungen zu Brandschutz und Reibungsverhalten, die im nationalen Recht abweichend geregelt sind.
Praxishinweis
Bei Planung und Ausschreibung sollte der Bodentyp (flächen-, punkt-, misch- oder kombiniertelastisch) frühzeitig festgelegt werden: Er bestimmt nicht nur die Unterkonstruktion, sondern beeinflusst unmittelbar Sportlerschutz, Gelenkbelastung und Spieleigenschaften. Punkt- und flächenelastische Systeme sind trotz gleichem Kraftabbau-Mindestwert nicht gegeneinander austauschbar. Bei Mehrzwecknutzung (Bestuhlung, Veranstaltungen) müssen zusätzlich Rollwiderstand und Eindruckverhalten geprüft werden.