Was EN 13297 regelte
Achtung: EN 13297 ist zurückgezogen. Sie wurde 2014 durch EN 1307:2014 ersetzt, die seitdem die Klassifizierung aller textilen Bodenbeläge einheitlich regelt.
Gegenstand der Norm
EN 13297 befasste sich mit einer bestimmten Produktgruppe textiler Bodenbeläge: den sogenannten Polvlies-Bodenbelägen, also Nadelvliesbelägen mit aufgestellter Polstruktur. Die Norm galt für Produkte in Bahnenform ebenso wie für Fliesen und grenzte diese klar von gewöhnlichen Nadelvliesbelägen ohne Pol (damals EN 1470) und von klassischen Teppichen bzw. Polbelägen (EN 1307) ab.
Klassifizierung und Gebrauchsklassen
Das Kernstück von EN 13297 war die Zuweisung von Gebrauchsklassen. Maßgeblich waren zwei Kriterien: der Abriebwiderstand der Polschicht und der Aussehenserhalt bei Beanspruchung im Alltag. Je nach Ergebnis dieser Prüfungen wurden die Bodenbeläge häuslichen oder gewerblichen Nutzungsbereichen zugeordnet – ähnlich dem Prinzip, das auch EN 685 und später EN ISO 10874 für andere textile und elastische Beläge etabliert haben.
Für Polvlies-Fliesen enthielt EN 13297 zusätzliche Anforderungen, etwa zu Maßhaltigkeit und Kantenverhalten, da diese Verlege- und Nutzungseigenschaften bei Fliesen stärker ins Gewicht fallen als bei Bahnenware.
Nachfolge und Praxishinweis
Mit der Veröffentlichung von EN 1307:2014 wurde EN 13297 gemeinsam mit EN 1470 (Nadelvlies ohne Pol), EN 15114 (Polbeläge auf Sekundärrücken) und der älteren EN 1307:2008 in einem einzigen Klassifizierungsdokument zusammengeführt. Für aktuelle Ausschreibungen, Produktkennzeichnung und Gebrauchsklasseneinstufung ist daher ausschließlich EN 1307:2014 heranzuziehen – in Deutschland als DIN EN 1307:2014-07, in Österreich als ÖNORM EN 1307:2019-09-01.
Den Normtext erwerben Sie bei DIN Media (dinmedia.de) oder Austrian Standards (austrian-standards.at).