Was EN 1470 regelte
EN 1470 war die europäische Norm zur Klassifizierung von Nadelvlies-Bodenbelägen. Sie legte fest, nach welchen Kriterien diese Beläge in Gebrauchsklassen eingestuft werden — maßgeblich waren Verschleißbeständigkeit und Aussehenserhalt unter Beanspruchung. Die Norm galt für Nadelvlies-Rollenware, die zum vollflächigen Verkleben auf dem Unterboden vorgesehen ist, sowie über einen normativen Anhang auch für Nadelvlies-Fliesen.
Ausdrücklich ausgenommen waren Polvlies-Bodenbeläge — für diese galt eine gesonderte Normenreihe.
Gebrauchsklassen und Einstufungsprinzip
Die Einstufung nach EN 1470 orientierte sich an dem in EN 685 (später EN ISO 10874) definierten Gebrauchsklassensystem. Nadelvlies erzielt aufgrund seiner dichten Faserstruktur typischerweise hohe Gebrauchsklassen — Klasse 33 (starke gewerbliche Beanspruchung) dominierte den Markt für gewerblich eingesetzte Nadelvliesware. Wesentliche Prüfbereiche betrafen Rollstuhleignung, Eignung für Fußbodenheizung sowie Farbbeständigkeit gegenüber Feuchtigkeit.
Status und Nachfolger
EN 1470 ist zurückgezogen. Mit der Ausgabe DIN EN 1307:2014-07 wurden die Klassifizierungsanforderungen für Nadelvlies-Beläge in die allgemeine Norm für textile Bodenbeläge überführt. Die aktuell gültige Fassung ist DIN EN 1307:2019-06 bzw. ÖNORM EN 1307:2019-09-01. Für aktuelle Ausschreibungen und Produktdeklarationen ist ausschließlich EN 1307 heranzuziehen — sie deckt alle textilen Bodenbelagtypen einschließlich Nadelvlies in einem einheitlichen System ab.