Was ISO 24345 regelt
Mehrschichtige elastische Bodenbeläge – etwa PVC-Heterogenware oder Linoleum mit aufkaschierter Deckschicht – bestehen aus mehreren fest verbundenen Lagen. Die Norm definiert das Verfahren, mit dem die Haftfestigkeit zwischen diesen Schichten objektiv gemessen wird: ein 180°-Schälversuch an konfektionierten Probestreifen. Sie löst das frühere Prüfverfahren nach EN 431 ab.
Geltungsbereich
Die Prüfung gilt für heterogene elastische Beläge, bei denen zwei klar unterscheidbare Schichten vorhanden sind. Homogene Beläge sowie textile Bodenbeläge sind ausgenommen. Als europäische Fassung EN ISO 24345:2012 wurde der ursprüngliche ISO-Standard von 2006 in das europäische Normenwerk überführt; in Deutschland gilt DIN EN ISO 24345:2012-04, in Österreich ÖNORM EN ISO 24345.
Prüfprinzip und Messgröße
Aus dem Prüfmuster werden sechs Streifen entnommen – drei in Produktionsrichtung, drei quer dazu. Jeder Streifen ist 50 mm breit und mindestens 150 mm lang, der Rand bleibt um mindestens 100 mm ausgespart. Die Enden werden manuell vorgetrennt, dann eingespannt und in einer Zugprüfmaschine unter 180° gleichmäßig voneinander abgezogen. Das Ergebnis ist die mittlere Schälkraft in N/50 mm, getrennt nach Längs- und Querrichtung.
Wesentliche Prüfparameter
| Parameter | Vorgabe |
|---|---|
| Probenbreite | 50 mm |
| Schälwinkel | 180° |
| Konditionierung | 23 °C ± 2 °C, 50 % ± 5 % r. F., mind. 24 h |
| Ergebnisgröße | Schälkraft in N/50 mm (Mittelwert) |
Praxishinweis
Ein zu geringer Schälwiderstand führt im Gebrauch zum Ablösen der Nutzschicht vom Träger – ein häufiger Reklamationsgrund bei heterogenen PVC-Belägen. Das Prüfverfahren erlaubt es, die Schichtenhaftung vor dem Inverkehrbringen objektiv nachzuweisen und bei Gewährleistungsstreitigkeiten mit belastbaren Messwerten zu argumentieren. Zu unterscheiden ist dieses Verfahren von der Scherfestigkeitsprüfung sowie von Haftfestigkeitsmessungen des Belags am Untergrund.