Was EN ISO 11654 regelt
EN ISO 11654 beschreibt, wie die im Hallraum nach EN ISO 354 gemessenen Schallabsorptionsgrade zu einem Einzahlwert zusammengefasst werden. Aus den Terzwerten werden zuerst Oktavwerte gebildet, der praktische Schallabsorptionsgrad. Durch Vergleich mit einer Bezugskurve ergibt sich daraus der bewertete Schallabsorptionsgrad αw. Liegt ein Oktavwert um 0,25 oder mehr über der verschobenen Bezugskurve, wird ein Formindikator ergänzt: L für tiefe, M für mittlere, H für hohe Frequenzen. Ein informativer Anhang ordnet αw in Absorberklassen ein, laut Fachpresse von A (αw 0,90 bis 1,00) bis E (0,15 bis 0,25).
Grenzen des Einzahlwerts
Der Einzahlwert ist für Routineanwendungen wie Büros, Flure, Klassenzimmer und Krankenhäuser gedacht. Unter 250 Hz ist das Verfahren nicht anwendbar, und für eine sorgfältige akustische Planung ist die vollständige frequenzabhängige Kurve heranzuziehen. Für Einzelgegenstände wie Stühle oder Baffeln ist die Bewertung oft nicht geeignet.
Ausgabe
Gültig ist EN ISO 11654:1997, in Österreich ÖNORM EN ISO 11654:1997-09-01, in Deutschland DIN EN ISO 11654:1997-07. ISO hat die Norm zuletzt 2023 bestätigt; Überarbeitungsentwürfe von 2017 und 2018 wurden zurückgezogen.
Bezug zum Bodenbelag
Textile Beläge und Akustikbeläge werden oft mit αw und Absorberklasse beworben. Für die Raumakustikplanung nach DIN 18041 oder ÖNORM B 8115-3 braucht der Planer aber die frequenzabhängigen Werte aus dem Prüfbericht nach EN ISO 354. Ein Formindikator H zeigt, dass ein Belag vor allem hohe Frequenzen stärker schluckt, als der Einzahlwert vermuten lässt.