Was EN 61340-4-1 regelt
EN 61340-4-1 legt Prüfverfahren fest, mit denen der elektrische Widerstand aller Arten von Bodenbelägen und verlegten Fußböden bestimmt wird. Gemessen werden der Erdableitwiderstand, der Punkt-zu-Punkt-Widerstand und, nur im Labor, der Durchgangswiderstand, im Bereich von 10⁴ bis 10¹³ Ω. Labormessungen unter festgelegtem Klima dienen der Klassifizierung oder Qualitätskontrolle. Messungen am verlegten Boden zeigen, ob richtig verlegt wurde, oder dienen der laufenden Überprüfung.
Ausgabe
Gültig ist EN 61340-4-1:2004 mit der Änderung A1:2015, in Deutschland DIN EN 61340-4-1 (VDE 0300-4-1):2016-04 als Ersatz für die Ausgabe 2004-12. Laut Änderungsvermerk wurden unter anderem Definitionen präzisiert und eine Anmerkung zu Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen ergänzt. In Österreich ist die ÖVE/ÖNORM-Fassung von 2005 zurückgezogen; ihr folgt OVE EN 61340-4-1:2016-05-01.
Bezug zum Bodenbelag
Die Norm sagt, wie gemessen wird, nicht welcher Wert genügt; Grenzwerte und Anforderungen an den Personenschutz enthält sie nicht. Für ESD-Böden in Bereichen mit elektrostatisch empfindlichen Bauteilen kommt der Grenzwert aus EN IEC 61340-5-1 oder vom Auftraggeber. Ein Prüfbericht von 2017 nennt etwa einen Erdableitwiderstand unter 1 × 10⁹ Ω nach IEC 61340-5-1:2016, einer inzwischen ersetzten Ausgabe. EN 61340-4-1 erfasst nur den Boden; das System aus Person, Schuh und Boden wird gesondert bewertet. Für elastische, Laminat- und modulare mehrschichtige Beläge gibt es EN 1081; laut einem Kiwa-Messbrevier von 2011 unterschieden sich die älteren Ausgaben beider Normen bei Messspannungen und Auswertung. Im Leistungsverzeichnis sollten deshalb Verfahren und Grenzwert gemeinsam stehen.