Was EN 13892-4 regelt
EN 13892-4 legt fest, wie der Verschleißwiderstand von Prüfkörpern aus Zement- oder Kunstharzestrichmörtel nach dem BCA-Verfahren bestimmt wird, wahlweise auch für andere Estrichmörtel. Das Verfahren eignet sich auch für eingebaute Estriche.
Prüfprinzip
Drei gehärtete Stahlrollen laufen unter einer Auflast von 650 N während 2.850 Umdrehungen über eine kreisförmige Prüffläche. Danach wird die Tiefe an acht Punkten im Abstand von 45 Grad gemessen. Aus der Differenz zum Ausgangswert ergibt sich die mittlere Verschleißtiefe.
Klassen nach EN 13813
Das Ergebnis wird als Klasse AR (Abrasion Resistance) nach EN 13813 angegeben, ein Beispiel ist AR1. Die Grenzwerte der Klassen stehen in EN 13813. Für Zementestrich, der als Nutzschicht dient, wählt der Hersteller zwischen Böhme, BCA und Rollbeanspruchung, für Kunstharzestrich zwischen BCA und Rollbeanspruchung.
BCA und Böhme
Beide Verfahren messen Verschleiß auf verschiedene Weise: Böhme den Volumenverlust auf einer Schleifscheibe (EN 13892-3), BCA die Verschleißtiefe unter rollenden Stahlrollen. Die Klassen A und AR sind deshalb nicht gleichzusetzen.
Ausgabe
Gültig ist EN 13892-4:2002, in Deutschland DIN EN 13892-4:2003-02.
Praxishinweis
Wichtig ist der Wert vor allem bei Nutzestrichen ohne Belag. Weil das Verfahren auch am eingebauten Estrich funktioniert, lässt sich der Verschleißwiderstand direkt auf der Fläche prüfen.