Prüfverfahren für Estrichmörtel und Estrichmassen – Teil 4: Bestimmung des Verschleißwiderstandes nach BCA
Stand: 24.08.2026 · portal.reschfloor.com
EN 13892-4 beschreibt ein Prüfverfahren zur Bestimmung des Verschleißwiderstands von Estrichmörteln und Estrichmassen. Das Verfahren ist als BCA-Methode bekannt und misst die mittlere Verschleißtiefe unter definierten Bedingungen. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für die Klassifizierung in AR-Klassen (Abrasion Resistance) gemäß EN 13813.
Die Norm gilt für zementäre, magnesiagebundene und kunstharzgebundene Estrichmassen sowie sinngemäß für andere Estrichmörtel. Ein besonderer Vorteil der BCA-Methode ist die Möglichkeit, die Prüfung direkt auf der Baustelle am verlegten Estrich durchzuführen.
Die BCA-Prüfmaschine besitzt drei gehärtete Stahlräder, die kreisförmig über eine ringförmige Prüffläche der Estrichoberfläche rotieren. Nach einer definierten Anzahl von Umdrehungen wird die entstandene mittlere Verschleißtiefe an acht Messpunkten gemessen und als BCA-Verschleißwiderstandswert in µm ausgegeben. Je geringer die Verschleißtiefe, desto höher die Verschleißwiderstandsfähigkeit.
Die gemessene Verschleißtiefe wird in AR-Klassen eingeteilt:
| Klasse | Max. Verschleißtiefe |
|---|---|
| AR 0,5 | ≤ 0,5 mm |
| AR 1 | ≤ 1,0 mm |
| AR 2 | ≤ 2,0 mm |
| AR 4 | ≤ 4,0 mm |
| AR 6 | ≤ 6,0 mm |
Die AR-Klasse ist bei direkt genutzten Estrichen (Sichtestrich, Nutzestrich ohne Belag) entscheidend für die Dauerhaftigkeit. Bei Estrichen als Untergrund unter Bodenbelägen wird der Verschleißwiderstand häufig nicht separat spezifiziert, da der Belag die Abriebbelastung aufnimmt.
Nicht zu verwechseln mit dem Böhme-Verfahren (EN 13892-3): Beide Methoden messen Verschleiß, liefern aber nicht vergleichbare Ergebnisse. Beim Böhme-Verfahren wird ein Probekörper auf einer rotierenden Schleifscheibe mit Korund beansprucht; bei der BCA-Methode rotieren drei Stahlräder kreisförmig über die Oberfläche.