Was EN 429 regelte
EN 429 beschrieb ein genormtes Prüfverfahren zur Messung der Dicke einzelner unterscheidbarer Schichten in mehrschichtigen elastischen Bodenbelägen. Die Norm galt für Bahnen und Fliesen aus PVC, Linoleum, Kautschuk sowie für LVT-Produkte (Luxury Vinyl Tiles). Festgelegt wurde ausschließlich die Messmethodik – keine Grenzwerte für zulässige Schichtdicken.
Prüfprinzip
An Probekörpern definierter Abmessungen wurde am Querschnitt mit optischen Messmitteln die Dicke jeder identifizierbaren Schicht bestimmt. Erfasst wurden typischerweise Nutzschicht (Wear Layer), etwaige Zwischenschichten, Trägerschicht und Rückenschicht. Das Verfahren ermöglichte so eine reproduzierbare Deklaration der Schichtenstruktur unabhängig vom Hersteller.
Bedeutung der Schichtdicke in der Praxis
Die Nutzschichtdicke ist ein zentrales Qualitätsmerkmal elastischer Bodenbeläge: Sie bestimmt maßgeblich die Gebrauchsdauer und bildet die Grundlage für die Klassifizierung nach ISO 10874. Produktnormen wie EN ISO 10582 (heterogene PVC-Beläge) und EN ISO 10581 (homogene PVC-Beläge) verweisen auf die nach EN 429 – jetzt EN ISO 24340 – ermittelten Schichtdicken als Mindestanforderung.
Status und Nachfolgenorm
EN 429 ist zurückgezogen. Die Nachfolgenorm EN ISO 24340:2012 übernahm und erweiterte den Regelungsinhalt. In Deutschland wurde sie als DIN EN ISO 24340:2012-04, in Österreich als ÖNORM EN ISO 24340:2012-03-15 umgesetzt. Für aktuelle Prüfungen, CE-Kennzeichnung und technische Datenblätter ist ausschließlich EN ISO 24340 heranzuziehen.
Abgrenzung zu ähnlichen Normen
EN 429 (Schichtdickenbestimmung) ist nicht zu verwechseln mit EN 434 / EN ISO 23999, die die Maßänderung elastischer Bodenbeläge nach Wärmeeinwirkung regeln. Beide Normen betreffen dasselbe Produktsegment, prüfen aber grundlegend verschiedene Eigenschaften.