Was EN 16516 regelt
EN 16516 ist das europäische horizontale Referenzverfahren, mit dem bestimmt wird, wie viel regulierte gefährliche Stoffe ein Bauprodukt an die Innenraumluft abgibt. Erfasst sind flüchtige und schwerflüchtige organische Verbindungen (VOC, SVOC), leichtflüchtige Aldehyde wie Formaldehyd und seit der Änderung A1 Ammoniak. Das Produkt wird in einer Prüfkammer gelagert, die Kammerluft analysiert und das Ergebnis auf einen genormten europäischen Referenzraum umgerechnet. Grenzwerte enthält die Norm nicht.
Ausgabe
Gültig ist EN 16516:2017+A1:2020, in Deutschland DIN EN 16516:2020-10, in Österreich ÖNORM EN 16516:2021-01-15. Die Änderung A1 ergänzte die Bestimmung von Ammoniak. Vorläufer war die Technische Spezifikation CEN/TS 16516:2013.
Referenzraum und Beladung
Laut AgBB-Schema, das sich auf DIN EN 16516 stützt, hat der Referenzraum 3 m × 4 m Grundfläche, 2,5 m Höhe und einen Luftwechsel von 0,5 je Stunde; für Boden- oder Deckenprodukte gilt ein Beladungsfaktor von 0,4 m²/m³. Geprüft wird bei 23 °C und 50 % relativer Luftfeuchte.
Bezug zum Bodenbelag
Bodenbeläge, Klebstoffe und andere Verlegewerkstoffe sowie Lacke und Öle für Parkett werden für Emissionsnachweise nach EN 16516 geprüft. Das Urteil kommt aus dem Bewertungsschema: In Deutschland verlangt das AgBB-Schema etwa nach 28 Tagen einen TVOC-Wert von höchstens 1,0 mg/m³; EMICODE prüft nach 3 und 28 Tagen. „Geprüft nach EN 16516“ allein heißt deshalb noch nicht emissionsarm. Für Emissionsprüfungen von Klebstoffen empfiehlt DIN die DIN EN 16516 statt der zurückgezogenen Reihe DIN EN 13999.