Was EN 14215 regelt
Abgepasste Teppiche und Läufer sind Produkte, die auf ein bestimmtes Maß zugeschnitten oder gefertigt werden – im Unterschied zur meterseitig verkauften Auslegeware. Die Norm legt fest, nach welchen Kriterien diese Produkte in Nutzungsklassen eingestuft werden, damit Planer, Händler und Verarbeiter die Eignung für einen bestimmten Einsatzbereich beurteilen können.
Die Einstufung nach EN 14215 gilt für alle maschinell hergestellten Typen: gewebte, getuftete, gewirkte, genadelte, beflockte und geklebte Teppiche sowie Läufer. Handgeknüpfte Exemplare, Barrierematten und Badteppiche sind vom Geltungsbereich ausdrücklich ausgeschlossen.
Nutzungsklassen und Bewertungskriterien
Das Klassifizierungssystem baut auf EN ISO 10874 auf und unterscheidet zwischen Wohn- und Gewerbebereichen. Die Klassen reichen von 21 (Wohnen, mäßige Beanspruchung) über 23 (Wohnen, starke Beanspruchung) bis hin zu 34 (Gewerbe, sehr starke Beanspruchung).
Für die Einordnung in eine Klasse werden mehrere Eigenschaften geprüft:
- Verschleißverhalten (z. B. Tretradprüfung nach Lisson)
- Aussehenserhalt unter Beanspruchung (Vettermann-Trommeltest, Hexapod-Test)
- Lichtechtheit und Maßänderung je nach deklariertem Einsatzbereich
- Optionale Luxus-Bewertung für Produkte im gehobenen Segment
Abgrenzung zu anderen Normen
EN 14215 ist bewusst auf abgepasste Ware ausgerichtet und ergänzt die bestehenden Klassifizierungsnormen für textile Bodenbeläge. EN 1307 regelt die Einstufung von Polteppichen als Auslegeware und Teppichfliesen – und schließt abgepasste Teppiche und Läufer ausdrücklich aus. Für diese Produkte ist die vorliegende Norm die maßgebliche Grundlage.
Aktuelle Ausgabe
Die Norm liegt seit Ende 2025 in einer überarbeiteten Fassung vor. Für die Praxis bedeutet das: Leistungsdatenblätter und Produktklassifizierungen von Herstellern sollten auf die aktuelle Ausgabe verweisen, um Planungssicherheit bei Ausschreibungen und Objektprojekten zu gewährleisten.