Was EN 12667 regelt
Die Norm beschreibt zwei anerkannte Laborverfahren zur Bestimmung des Wärmedurchlasswiderstandes (R-Wert) von Baustoffen und Bauprodukten: das Plattengerät-Verfahren (Guarded Hot Plate, GHP) und das Wärmestrommessplatten-Verfahren (Heat Flow Meter, HFM). Beide Methoden gelten für trockene Prüfkörper mit einem Wärmedurchlasswiderstand von mindestens 0,5 m²·K/W – also für Produkte mit hohem bis mittlerem Dämmvermögen.
Abgrenzung zu EN 12664
Der Unterschied zur verwandten EN 12664 liegt im Anwendungsbereich: Während EN 12664 Materialien mit niedrigerem Wärmedurchlasswiderstand (feuchte und trockene Produkte, λ bis 2,0 W/(m·K)) abdeckt, ist EN 12667 auf stärker dämmende, trockene Prüfkörper ausgerichtet. Beide Normen verwenden dieselben Messapparaturen, unterscheiden sich aber in den Grenzbedingungen und Kalibrieranforderungen.
Prüfprinzip
Beim Plattengerät-Verfahren wird der Prüfkörper zwischen einer temperierten Heizplatte und zwei Kühlplatten eingespannt. Aus dem Temperaturgradienten und dem gemessenen Wärmefluss lässt sich der R-Wert rechnerisch ableiten. Das Wärmestrommessplatten-Verfahren arbeitet ähnlich, nutzt aber kalibrierte Sensoren zur direkten Wärmeflussmessung und ist im Betrieb schneller. Beide Verfahren liefern bei sachgerechter Durchführung vergleichbare Ergebnisse.
Bezug zu Bodenbelägen und Dämmung
Im Bodenaufbau spielt der Wärmedurchlasswiderstand eine zentrale Rolle: Dämmplatten unter Estrichen, Trittschalldämmungen und Unterlagsböden müssen in der Regel einen definierten R-Wert nachweisen – etwa um Anforderungen aus der Energieeinsparverordnung (EnEV/GEG) oder für die Kombinierbarkeit mit Fußbodenheizungen zu erfüllen. EN 12667 liefert die Messmethodik, nach der Hersteller diese R-Werte bestimmen und deklarieren. Bodenleger und Planer stützen sich auf diese Prüfergebnisse, wenn sie Aufbauhöhen berechnen oder die thermische Eignung eines Belags auf einer Heizungsanlage beurteilen.
Aktueller Stand
Die gültige Ausgabe der Norm datiert von 2001. Ein überarbeiteter Entwurf (DIN EN 12667:2025-11) liegt seit Oktober 2025 zur öffentlichen Kommentierung vor; er bringt unter anderem einen neuen Anhang für Vakuumdämmplatten (VIP) sowie Ergänzungen zur Emissivitätsmessung. Die finale Neufassung ist noch nicht verabschiedet – bis dahin bleibt die Ausgabe von 2001 verbindlich.