Was EN 12524 regelte
EN 12524 stellte tabellarische Bemessungswerte für die wärme- und feuchteschutztechnischen Eigenschaften von Baustoffen und Bauprodukten bereit. Die drei zentralen Kenngrößen waren die Wärmeleitfähigkeit (λ), die Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl (μ) sowie die spezifische Wärmekapazität (cp). Diese Werte bildeten die Grundlage für bauphysikalische Berechnungen im Wärme- und Feuchteschutz.
Der Geltungsbereich der EN 12524 umfasste ein breites Spektrum an Baumaterialien – von mineralischen Baustoffen über Dämmmaterialien bis hin zu Bodenbelagsmaterialien wie PVC, Kautschuk, Linoleum und textilen Belägen. Gerade für Bodenaufbauten über Fußbodenheizungen oder auf erdberührten Unterlagen waren die dort angegebenen λ- und μ-Werte planungsrelevant.
Nachfolge durch EN ISO 10456
EN 12524 ist zurückgezogen und vollständig durch EN ISO 10456 ersetzt. Die EN ISO 10456 übernimmt die tabellierten Bemessungswerte der EN 12524, hat diese überarbeitet und ergänzt sie um Verfahren zur Umrechnung von Messwerten auf abweichende Temperatur- und Feuchtebedingungen. In Deutschland gilt die DIN EN ISO 10456:2010-05, die zusätzlich ein Korrigendum aus 2009 einschließt.
Für alle aktuellen Planungen, Ausschreibungen und Nachweise nach DIN 4108 oder ÖNORM B 8110 ist ausschließlich die gültige EN ISO 10456 heranzuziehen. Ältere Leistungsverzeichnisse und Planungsunterlagen, die noch auf EN 12524 verweisen, sind entsprechend zu aktualisieren.
Praxishinweis für Bodenbeläge
Für Bodenleger und Planer sind die λ- und μ-Werte von Bodenbelagsmaterialien aus EN 12524 bzw. dem Nachfolger EN ISO 10456 bei zwei Fragestellungen relevant: erstens beim Nachweis des Wärmedurchlasswiderstands des Bodenaufbaus bei Fußbodenheizungssystemen, zweitens bei der Beurteilung der Dampfbremsenwirkung von Belägen auf erdberührten oder feuchtebelasteten Untergründen. Da EN 12524 zurückgezogen ist, gelten ausschließlich die Tabellenwerte der EN ISO 10456 als normativ anerkannte Bemessungsgrundlage.