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Naturböden: Sisalteppich, Kokos und Leder

Ein Sisalteppich ist ein gewebter textiler Bodenbelag aus Naturfaser ohne Pol: Sichtbar ist die Webstruktur, nicht stehende Fasern. Die Kategorie Naturböden führt zwei Gruppen: Flachwebteppiche aus Sisal und aus Kokos-Sisal-Mischung als Bahnenware, dazu Lederböden eines Herstellers mit Fliesen, Häuten, Lederteppichen und Lederelementen. Die Gewebe kommen als Rollenware und als Zuschnitt, die Flachwebteppiche zusätzlich als Raummaß, in Breiten von 0,67 bis 4 Meter. Verlegt wird vollflächig geklebt. Naturfaser bleibt feuchteempfindlich, Nassbereiche scheiden aus.

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Sisalteppich: Flachgewebe ohne Pol

Ein Sisalteppich ist ein gewebter textiler Bodenbelag aus Naturfaser, dessen Oberfläche keinen Pol bildet. Statt stehender Fasern zeigt er die Webstruktur selbst. Aufgebaut ist er wie jeder textile Belag aus einer Nutzschicht aus Fasern und Garnen und einem Belagsrücken. Die Konstruktion ist dünn und polstert kaum, die Fläche liegt straff statt weich.

Ein Teil der Gewebe ist mit Latex oder einer anderen Rückenbeschichtung verfestigt, bei anderen sind die Webkanten durch Wärmebehandlung verschmolzen. Wie die Kanten zu schneiden sind, gibt deshalb der Hersteller vor.

Optik und Formate beim Sisalteppich

Die Optik kommt aus der Bindung und aus der Farbe der Faser, ein Druckdekor gibt es nicht. Gemusterte und dunkle, gedeckte Farbstellungen kaschieren Anschmutzung besser als helle Unitöne. Bei der Breite teilt sich die Kategorie: Für zwölf Flachwebteppiche ist eine Rollenbreite von 4 Meter hinterlegt, daneben stehen deutlich schmälere Teppichbahnen, die zu Läufern und schmalen Zuschnitten passen. Als Meterware läuft der Sisalteppich ab der Rolle, dazu kommen Zuschnitt und Raummaß nach Aufmaß. Ein runder Sisalteppich entsteht als Raummaß nach Aufmaß, ein Format von 200 × 300 cm als Zuschnitt aus der 2 Meter breiten Bahn.

LieferformBreite und AusführungHinweis für die Planung
Flachwebteppich Sisal und Kokos-Sisal4 m Rollenbreite, bei zwölf Artikeln attribuiertBreite vor dem Aufmaß am Datenblatt prüfen
Schmale Sisal-Teppichbahnen0,67 m, 0,9 m, 1,2 m, 1,6 m, 2 mim Shop als Rollenware und als Zuschnitt
Zuschnitt, im Shop als CUT geführtLaufmeter aus der RolleNahtlage vorab festlegen
RaummaßKonfektion nach Aufmaßrunde und schräge Kanten brauchen Kantenverfestigung
LederFliesen, Häute, Teppiche, ElementeFormate und Stärken laut Datenblatt

Lederböden: Fliesen, Häute und Lederteppiche

Neben den Flachwebteppichen aus Sisal und aus Kokos-Sisal-Mischung führt die Kategorie Lederböden eines Herstellers: Lederfliesen, ganze Lederhäute, Lederteppiche als Maßkonfektion und Lederelemente mit Flechtmuster und abgenähten Kanten oder viereckig kantenvernäht. Zusammen sind das 38 Artikel, davon 18 aus Leder. Die Oberflächen tragen unterschiedliche Prägungen. Verlegt wird vollflächig verklebt. Leder nimmt unter Nutzung Patina an, die Fläche altert sichtbar. Für die 18 Lederartikel ist die Brandklasse Bfl-s1 nach EN 13501-1 hinterlegt, für die Sisal- und Kokosartikel nicht. Prüfen Sie den Wert je Artikel am Datenblatt.

Wonach Sie einen Sisalteppich auswählen

Den Ausschlag gibt die Beanspruchung. Textile Beläge werden nach EN ISO 10874 in Klassen eingestuft, von 21 bis 23 für Wohnflächen bis 31 bis 34 für gewerbliche Flächen. Klasse 32 steht für Hotellerie und kleine Büros, Klasse 33 für Lobbys, Schulen und Großraumbüros. Die Klasse ist eine Herstellerdeklaration und lässt sich nicht aus Faser, Dicke oder Gewicht ableiten. Für die Artikel dieser Kategorie ist im Shop keine Klasse hinterlegt. Für Flächen mit Bürostühlen zählt das Stuhlrollen-Symbol, das nur Beläge mit bestandenem Prüfverfahren tragen dürfen. Feuchträume scheiden aus, weil Naturfaser auf Feuchte reagiert. Bleibt die Lieferform: Meterware von der Rolle, Zuschnitt und Raummaß erzeugen unterschiedlich viel Verschnitt und unterschiedliche Nahtlagen.

Untergrund, Klebung und Nähte

Regelverlegung ist die vollflächige Klebung mit einem für den Belag freigegebenen, emissionskontrollierten Dispersionsklebstoff. Die grobe Rückenstruktur von Sisal und Kokos verlangt eine grobe Zahnung und eine hohe Auftragsmenge, damit die Rückseite ausreichend benetzt wird. Prüfen Sie Untergrund und Verlegeklima vorher: Flachgewebe kaschieren Unebenheiten nur bedingt, und Naturfaser reagiert auf Luftfeuchte. Maßgeblich sind dafür in Österreich die ÖNORM B 5236 und die Merkblätter des FCIÖ, nicht die deutschen Regelwerke. Weitere Regelwerke listet das Normen-Lexikon für Bodenbeläge. Wie Beanspruchung und Aufbau zusammenhängen, ordnet der Beitrag zur Nutzungsklasse von Bodenbelägen ein.

Der Nahtschnitt ist bei Flachgeweben ein häufiger Beanstandungsgrund: Die Fasern fransen beim Schneiden aus, Kopfnähte quer zur Herstellungsrichtung heben sich sichtbar ab. Deshalb gehört ein Verlegeplan dazu: Kopfnähte und schräge Anschnitte minimieren, Längsnähte nicht in Türübergänge legen, alle Nähte vor dem Klebstoffkontakt schneiden und die Kanten mit Nahtkantenverfestiger sichern. Bahnen werden in aufsteigender Rollennummer verlegt, sonst zeichnen sich Farbunterschiede ab. Lose ausgelegt bilden textile Bahnen unvermeidlich Beulen.

Was Sisalteppich aushält und was nicht

Ein Naturfaser-Flachgewebe bringt eine matte, ruhige Fläche und die Trittsicherheit eines textilen Belags: Die Oberfläche ist gleithemmend und mindert Sturzfolgen. Der Alltag bleibt trocken, gearbeitet wird mit dem Bürstsauger statt mit Nassverfahren, Pulverreinigung ist bei Flachgewebe ausgeschlossen.

  • Feuchte: Teppichböden mit Naturfaser sind für Feuchträume ungeeignet. Bad, Küche und Wellness scheiden aus. Auch eingetragene chlor-, säure- oder lösemittelhaltige Reiniger schädigen den Belag irreparabel.
  • Raumklima: Sisal und Kokos ändern ihren Wassergehalt mit der Luftfeuchte und damit ihre Dimension. Hohe Luftfeuchte fördert materialtypische Gerüche.
  • Licht: UV-Licht verändert auch textile Beläge farblich. Bei bodentiefen Fenstern gehört die Lichtechtheit aus dem Datenblatt in die Planung.
  • Fußbodenheizung: möglich, aber nur mit deklariertem Wärmedurchlasswiderstand des gesamten Aufbaus aus Belag und Unterlage.
  • Toleranz: Vereinzelter Faserverlust ist konstruktionsbedingt, ebenso wenige Zehntelmillimeter offene Nähte und geringe Farbunterschiede innerhalb einer Bahn.

Nachweise und Verlegeplan im Objekt

Flachgewebe liegen in öffentlichen Bereichen und in Büros, auch im Großraumbüro. Beliefert werden Verleger und Objekteinrichter in Österreich. Für das Objekt zählen produktbezogene Nachweise: Klasse, Brandverhalten, Wärmedurchlasswiderstand und Lichtechtheit stehen im Herstellerdatenblatt. Nahtlage und Verschnitt gehören in einen Verlegeplan, die Fläche kommt aus einer Partie, und vor der textilen Fläche liegt eine Sauberlaufzone. Farbe, Struktur und Rückenausstattung beurteilen Sie am Muster, nicht an einer Beschreibung.

Abgrenzung zu den Nachbarkategorien

Häufige Fragen

Ein Sisalteppich ist ein textiler Bodenbelag aus Naturfaser, gewebt als Flachgewebe ohne Pol. Ein Polteppich hat dagegen einen Schlingen- oder Schnittpol. Das Flachgewebe ist dünn, polstert kaum und kaschiert Unebenheiten des Untergrunds nur bedingt, unter dem Fuß liegt es straff statt weich. Seine Schnittkanten fransen aus, weil die Florgasse zum Schneiden fehlt.

Ja. Die Flachwebteppiche sind als Rollenware, als Zuschnitt und als Raummaß hinterlegt, die schmalen Teppichbahnen als Rollenware und als Zuschnitt. Zwölf Artikel führen 4 Meter Rollenbreite als Attribut, die schmalen Bahnen laufen in 0,67 m, 0,9 m, 1,2 m, 1,6 m und 2 m. Runde und schräge Kanten eines Raummaßes brauchen eine Kantenverfestigung, weil die Faser dort ausfranst.

Nein. Teppichböden in Feuchträumen müssen form- und verrottungsbeständig sein, und Beläge mit Naturfaser erfüllen das nicht. Sisal und Kokos ändern ihren Wassergehalt mit der Luftfeuchte und damit ihre Dimension, hohe Luftfeuchte fördert materialtypische Gerüche. Auch chlor-, säure- oder lösemittelhaltige Sanitärreiniger aus Nachbarräumen schädigen den Belag irreparabel.

Die Nutzungsklasse nach EN ISO 10874 muss der Hersteller deklarieren. Sie reicht von 21 bis 23 im Wohnbereich über 31 bis 34 im Gewerbe bis 41 bis 43 in der Industrie. Aus Faser, Dicke oder Gewicht lässt sie sich nicht ableiten. Für die Artikel dieser Kategorie ist im Shop keine Klasse hinterlegt, die Angabe kommt aus dem Datenblatt. Details im Beitrag zur Nutzungsklasse von Bodenbelägen.

Nur mit deklariertem Wärmedurchlasswiderstand. Maßgeblich ist der gesamte Aufbau aus Belag und Unterlage, nicht der Belag allein. Der Wert steht im Datenblatt. Schließen Sie die Estrichrandfugen vorher dauerelastisch, sonst zeichnen sich nach der ersten Heizperiode dunkle Randstreifen im hellen Belag ab. Im Kühlbetrieb begrenzen Sie die Luftfeuchte an der Bodenoberfläche, weil Naturfaser darauf reagiert.

Die Fasern fransen und brechen beim Schneiden aus, Kopfnähte quer zur Herstellungsrichtung heben sich sichtbar ab. Der Nahtschnitt ist bei Flachgeweben ein häufiger Beanstandungsgrund in der Sachverständigenpraxis. Deshalb gehört ein Verlegeplan dazu: Kopfnähte minimieren, Längsnähte nicht in Türübergänge und nicht unter Bürostühle legen, alle Nähte vor dem Klebstoffkontakt schneiden und die Kanten verfestigen.

Trocken. Täglich mit dem Bürstsauger entstauben bringt bei Flachgeweben das beste Ergebnis. Flecken sofort von außen nach innen tupfen, nicht reiben, und nie mit Bleichmittel arbeiten. Zur Zwischenreinigung eignet sich die Pad-Reinigung, Pulverreinigung ist bei Flachgewebe ausgeschlossen. Nassverfahren wie die Sprühextraktion scheiden bei wasserempfindlichen Konstruktionen aus und brauchen lange Trockenzeiten.

Lederböden sind die zweite Gruppe dieser Kategorie: Lederfliesen, ganze Häute, Lederteppiche als Maßkonfektion und Lederelemente mit Flechtmuster oder vernähten Kanten und geprägten Oberflächen. Verlegt wird vollflächig verklebt. Die Fläche nimmt unter Nutzung Patina an. Formate, Stärken, Klebstoff und Pflegemittel sind dem Datenblatt des Herstellers zu entnehmen.
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